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múffen ihnen folgen. Wenn es ein Naturgefes ist, daß jedes Ding in der Sinnenwelt feine Ursache habe; fo muß auch wirklich bon jeder Begebenheit eine Ursache da seyn. Ließe sich nur ein einziger Gegenstand finden, der keine Ur: fache hátte; fo tvůrde das Gesetz in seiner Allge meinheit zerstört und verlohre seine Gültigkeit. Naturgeseße verlangen demnach, daß etwas noths wendig geschche und die mit ihnen verknüpfre Nothe wendigkeit beißt die natürlich e. Diese Nothwens digkeit ist auch der ganzen Natur eigen, und macht selbst ihr Wesen aus. Ihre Äußerungen und nas heren Bestimmungen erkennen wir daraus, daß ets was immer so und nie anders geschiehet geschähe

ten welche ein Ding ausmachen. So redet man von der Natur des Goldes, der Luft, der Pflanzen, der Ihiere, der INenjihen. In diesem Falle können wir sa. gen, daß der Mensch rine moralische Natur habe, ob wir gleich das Moraliiche in demselben nicht zur Na. tur in dem vorher erklärten Sinne rechnen. Der frene Wille, kann man in diesem Sinne Tagen, ist dein Men, (den natürlich, obgleich der freye Wille gar nichts na.' türliches ist und unter gar feinen Naturgelegen steht. Denn, die Freiheit ist dem Menschen natürlidt, heißt nur, fie gehört zu seinem Ich nochwendig, obgleich damit keinesweges gemeint ist, daß sie auch nach Niaturgeses ken in ihm etwa eben so wie iein Störper und rein Geis stes talent entsprungen und also ein sinnlicher Gegenstand wie dieser sey.

Wennt man mit uns, annimmt, das übersinnliche Dinge für uns nicht erkennbar find, und daß die sinna Dcutidl, 6 St

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es nur ein einziges Mahl anders; fo würden wir sogleich gestehen müssen, daß wir uns in der Bes stimmung des Naturgesetzes geirrt, und eine bloß zufällige Folge für eine nothwendige gehalten håts ten. Würden wir nur durch eine einzige Erfahrung belehrt, daß ein Körper nicht schwer fer, ein Stück Gold nicht verkalke, eine Pflanze keine Säure gebe, wenn die bisher dafür gehaltenen Ursachen anges wandt werden; so müßten wir die allgemeinen Gaße, welche das Gegentheil aussagen, aufgeben. Denn sobald wir überzeugt sind, daß ein Ding eine natürliche llefache des andern fery; fo halten wir es für unmöglich, daß das andere nicht erfol.

lichen Gegenstände allein dic Sphäre des Erkennbaren für uns bestimmen, daß aber doch das Übersinnliche in uns sich durch ein Gesch, nemlich durch das moralische Gebot ankündiget, und daß sich auf dieses Gebot eine Menge, Erkenntnisse gründen lassen; so erkennet man, ipie die Opbäre aller menschlichen Erkenntniß sich in die natürliche und moralische Erkenntniß gerspaltet, und wie das moraliche dem natürlichen oder physilden wirklid, entgegenstehet, ohne uns doch zu einer eigent lichen Erfruntniß des Übersinnlichen zu verhelfen, da wit blos das Gesetz, aber nicht die Gegenjtände oder die Wes sen, welche diesen Gelegen folgen, in wie tveit sie das Dermögen dazu besigen, d. b. übersinnlich sind, erfen:

23enn wir von der Natur oder von dem Natürlie chen überhaupt reden, so wird allemal das Reich der Ginne oder delten Grieß darunter verstanden; wird aber von der Fiatur des Men(den, von der Narur Gottes ?. geredet: so wird der Uusdruct in der zweiten Bedeutung gebraucht.

nen.

gen fönne.

Une Naturnothwendigkeit erlelt also zugleich aus ihrem Erfolge und aus den mit ihr übereinstimmenden Chatsachen.

Ganz anders aber verhält es sich mit derjenis : gen Art von Nothwendigleit, welche in der Pflicht ausgedrückt wird, 'und die auch im Gegensage der natürlichen moralisde oder fittlide Nothwen. ligkeit heißt. Jene zwingt, diese verbindet. Daher die Wirkung von jenem Zwange von dieser 3erbindlid Feit ist. Diese behält ihre Gültige eit, wenn aud) keine einzige Thatsache aufgerviefen verden könnte, welde durch sie wirklidy geworden It. Sie sagt nemlich aus, was gesehen soll, it was wirklich geschehen in u ß. Dieses Solo en bleibt und behält seine Gültigkeit, ipenn auch as, ivas dadurch geboten wird, niemals geschehen våre, oder auch künftig nie geschähe.

Denn es iud nie einen ehrlichen und gerechten Nenschen jegeben hätte; so leidet es doch keinen Zweifel, daß $ alle Menschen hätten fenn sollen und daß es ille, die noch je leben werden, feyn sollen. Das ittlide Gebot dauert immer fort, wird von jeders nann für gültig erkannt, ob nian sich gleid, be; Duft ist, daß man es nicht befolgt hat.

Dieses fittliche Gebot in mir, ist also etwas, das mid von der übrigen Jiatur ganz auszeich: net, und ich bin dadurch genöthigt, nich zu einer

Dieff

ganz andern Klasse von Wesen zu rechmen, als diejenigen sind, welche den Geseßen der natürlichen Nothwendigkeit folgen müssen. Zwar nehme ich aud vieles an mir wahr, das für nichts als für eine Wirkung der Natur geachtet werden kann. Mein eigner Körper und dessen künstlicher Bar, das Leben, das ihn bewegt, die Sinne, der Bere stand, kurz alle meine körperlichen und geistigen Sträfte, deren Wirkung sich in der Welt zeigt, meine inneren und äußeren Vermögen, was sind sie anders, als Geschenke der Natur, nach ihren Gelegen hervorgebracht und geordnet? Mit allem was ich an mir sehe und empfinde, gehöre ich alfo dir an, Natur! Uber Eins' nehme ich in mir waht, wodurd, ich mich von deinen Gelegen als unak hängig denken muß. Ich soll. So lautet keinet deiner Gefrge. Denn ich kann auch diesem Gollen nid)t folgen, und soll ich. Wärst du es, der is hier unterworfen wäre, so müßte id. In wiefer ich also soll, stehe ich nicht unter der Tiatur. 34 bin also kein blos physisches oder natürliches ich bin auch ein moralisdes oder sittlióts Wesen. Als ein physisches' Wesen gehöre ih jut Niatur, bin ihren Gefeßen und ihrem Zwange ud: tertporfen. Zeugung und Wadsthum, Gesundheit und Krankheit, flugheit und Einfalt, Leben und Tod ist das Wert der Natur, und ich folge hierin

ihren Gefeßen, weil ich muß. Als ein moralisches Wesen aber erkenne ich mich nicht als ihren Unters than. “ Sie kann meinen Körper zerstören, 'mir Schwerzen verursachen, mich selbst meines Verstans des- und Vernunftgebrauchs berauben, aber mid) zwingen, daß ich meinen Willen andere, daß ich statt des guten eines bösen oder statt des bösen eis nen guten Willen annehme, das kann sie nicht, wenn ich nicht will. Der bloße Gedanke daß fie es könnte, würde den Begriff eines Willens, der ein Sollen für sein Gesek erkennt, zerstören. Woo hloß Niatur ist kann keine Pflicht seyn. In mir ist also mehr als Natur. Ich habe Pflichten, und bin daher ein moralisches Wesen.

Die Pflicht wird aber auch nicht etwa bloß als etwas Zufälliges, zu meiner Natur nicht Gehör riges, durch äußere Llinstände Hervorgebrachtes an. gekündiget. Ich und jeder Mensch muß sie sich als einen wesentlichen Theil seiner Natur vorstellen. Ihr Begriff beruhet auf etwas Ursprünglichem in uns, das jeder erfährt, sobald er zu einem ges willen Grade des Selbstbewußtseyns gelangt; das den Tugendhaften wie ein sanftes himmlisches Licht begleitet und ihn den Weg zu seiner Bestimmung mit der größten Sicherheit zeigt, und das den Freoler oft wie ein Bliß überrascht und ihn rich selbst in feiner ganzen Niedrigkeit darstellt, so viel

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