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genannten Männer thaten, jeder in seiner Art, mas einem Schweizer zu thun gebührt, und was vielleicht mancher Ungenannte, von denen die uns ter ihnen fochten, auch gethan haben würde, went er in seiner Lage gekonnt hätte. Alle Schweizer: thaten sind ausgegangen von Einem Geiste, und dieser war der Geist der Nation, nicht eines eine zelnen Mannes.

Auch die bürgerliche Ordnung der Sdyweizer ist durch sich selbst entstanden. Von keinein Solon, keinem Lykurg ist in ihrer Geschichs te die Rede. Doch dieses haben vie mit den meie ften Völkern, zu ihrem und der Völker Slid, ges inein.«

Gehr treffend charakterisirt der Berfaffer die Schweij als das Land des Friedens:

o Freundliche Kube,
Dölferverherrlicherinn!
Iochter der Gerechtigkeit!
Du mit dem heiligen Schlüssel
34 Rath und Streit!
Dein ist liebliches Handeln,
Dein ist liebliches fühlen
Zur rechten Zeit.
Doch wälzt ein Mann in seiner Brust
Liebtosen Ungestüm,
Šo ftcast du wie ein Feisen dich
Entgegen ihm,
Und wirfft den Stolz und übermuth

Hinunter in der Wellenfluth.«
» Gind das Schweizerderse ? frågt Cacilia.
Das nun wohl nidit. Aber der Grieche, der sie
in schöneren Tönen seinem Volke bei den pythischer
Spielen zu Delphi sang, hätte sie nicht dein Eini
drude gemäßer jingen können, den die Schweiz
auf mich gemacht hat, so viel id seit ineinem Eini

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critte son ise sah. Ich bin :im Lande des Priė: dens. Das fühl ich bei jedem Schritte, es sei auf städtischen Pflaster, oder auf reinlichen Dorfme: gen, oder auf der großen Straße des Landes. « (u. . id. G. 34.)

Aus Vern schreibt der Verfasser feiner Freuna dinn:

» Wären Sie hier in Bein, so mußten auch Sie einmal Politik mit mir reden. Und warum das? Nicht weil man hier mehr Politiť spridit, als an andern Orten, sondern weil Jung und Urt. Mann und Weib, man sei, wer man ivolle, fid den Lande, wo man einheimisch oder aud nuc zum Besuch ist, wenn man es anders liebgewoons nen hat, durch jede Art von Berührung des Bes sondern in diesem Lande näher bringen muß. Das Besondere in der Hauptstadt eines, aristokratisch, regierten Landes ist die Art, wie es regiert wird. Monardien gleichen der Ordnung der Welt und des einzelnen Menschen, in denen jede Bewegung pon Einheit ausgeht und hinwirkt duf Einheit. Das Gute in ihnen erfolgt ipie op n selbst. Demo: Eratien gleichen der natürlichten Dronung einec Sesellschaft, in welcher keinein verwehrt ist, mitzus sprechen und mitzuhandeln nach 'feiner Einsicht und Straft Das Gute in ihnen erfolgt wieder wie von selbst. Aber daß eine geschlossene Zahl von Fani. lien, die sich nur nud ihrem eigenen Ermesian beri engt oder erweitert, die höchste Obergewalt bei hauptet, über alle andre Familien in Lande, ale höchsten Staatsainter snur mit ihren Xznaten bes feßt, und über Krieg und Frieden eigenınädyti3 entscheidet, und daß bei einer solchen Ordnung dec Dinge, das ganze , Land sich besser befindet, als inan sid) in den ineisten. Monarchien und Demoa Eratien zu befinden pflegt, dieß ist aufer Urt u. fi w. 6.380 bis 390, wo mit Scharfsinit und gesune: dem Urtheil,, »pom, Regierung's geifte, der mehr ist als Regierungsform,« fo gehandelt wird, daß keinein vernünftigen Menschen die Frage meys

einfallen Pann: ob; » teil die Berner Republié au den glüdlichsten Staaten der ganzen Welt gehört aristokratische Staatsordnung unter allen die beste sei?"

Den wichtigsten Theil dieses schäßbaren Buches machen die eingestreuten Betradhtungen aus, welche bei dem Verf. durch die Gegenstände und Mens fchen um ihn herum veranlaßt werden:

Deutfchland, feine Verfaffung, Nae tionalcharakter, Patriotismus, Aufktarung, großer Gang der Menschenge

le fdhithe te, Volkbildung, Weiblid teit, freund fchaft, Wohlstand, Eigen't húm, Redt, Reichthu'm und Armuth - das sind die großen und interessanten Themata, über die er als ein Selbstdenker und editer Menschenfreund Betrad): tungen, anstellt, die durch ihre arigenehm unterhal: tende Einkleidung auch soldje Leser, die eben nicht gründliches Näsonnement zu lieben pflegen, anzies hen und vergnügend unterrichten können.

Wir können unfern Lesern höchstens nur 'eie nige' abgerißne Stellen über Deutschland da heraus vorlegen, die sie gewiß zu dem Buche selbst bald hinziehn werden, um das hier kauin anges deutete in feiner ganzen Ausführlichkeit zu lesen; genug wenn fie daraus den Sinn und die manier des Berfassers auch von dieser Seite kennen lernen:

Gleich beim ersten Eintrit in die Schweiz (dreibt der Berf. seiner Freundinn von Schafhaufen?

» Eine füße Stille wie diejenige, in der ich oft an Ihrer Seite über das Wenige sprach, mas der Anhänglichkeit des menschlichen Herzens werth ist, uingiebt mich hier. Die Ruhe, in der ich mich nach den vorübergerauschten Erscheinungen des Tas ges fühle, rujt vaterländische Erinnerungen in mei: ner Seele hervor. Jeßt, da im in der Schweiz bin, po ich anzukommen mich sehnte, denke ich an Deutschland, wie ein Mädchen, das mit ihrem Geliebten zum Traualtare gehn foll, im Brauts fchmud an ihre jungfräuliche Zeiten denkt.

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in derto Deatschland, nicht deiner Liebe merth? Zum erstenmate bildeten sich mir die einzelnen Ein: Prüde, die Deutschland mit seiner Natur und feix pen Menschen in mehreren Gegenden auf mich ges macht hatte zu einem Ganzen. Es kam mir vor, als ob der Deutide als Deuticher, wenn gleich wenig, doch etmas Merkwürdiges sei... Manche Tiatursdönheiten, die ich in Deutidland genoller hatte, kolorirte, mein Gedächtniß fo lebendig und treu, daß ich begriff es gehöce viel dazu, denn fie von der Sdzivejjernatur übertroffen werden solla ten.« (u. l. m. S. 13.).

» Die Schuld, warum unfre Nationalkritiker keinen deutschen Tiationalcharakter, auffinden köne pen, liegt nicht an den Deutschen, sondern an je. nen Kritikern, de im Begriff eines Deutschen Dini ge suchen, die nicht in ihm liegen, und nie in ihn lagen, Von der Zeit an, wo Deutschland des Form nach ein Reid ausmacht, ist es dem Wesen nach nie ein Ganzes gewesen. Sainmlet man aus den ältesten historischen Nachriditen von den Germ manen,

alle Züge, die einen allgeineinen Charakter begeidinen könnten, fo ist mit den drei Eigenschafe ten Muth. freier Sinn und Redlichkeit das ganze

Gemälde vollendet. Ein schönes Ge mälde! Der zweifelt daran? Aber was für Ber ziehung liegt darin auf Nationalität, wodurch ein Pole unter den. Völkern kenntlich seyn soll, wię ein Mensch unter den Menschen? Alle edelgeorte; ten Geschlechter und Stämme, aus denen nachher Bölfer wurden, hatten die Züge des Ruths und des freien Sinns, und zum Theil auch der Rede lichkeit, inie den, alten Germanen gernein. Kein Kliina, kein Welttheil, kein Zeitalter iiderspricht diesen Lugenden. Nationalität aber soll das Bes fondre uno Eigene, die Physionomie einer Nation (enn. Keine allgemeine Tugenden oder"Laster, for: dern bestimit, auffallende und ejnem Volk aus: ghließlich angehörige Üugerungen gewiffer Geistes Eigendaften, bei denen es oft unausgeniadt ist,

ob toit sie mit dem Kraffennamen einer Tugend oder eines Lasters-, füglich belegen können. Was feßt also Nationalität, wo sie möglich seyn soll

, votaus? daß eine Gesellschaft beisammenwohnendet Menschen ein fittliches und bürgerliches Eins, eine Tiation lei: Wo sie dies nidt ist; wo das Band der Vereinigung, wen'n Menschen sich in die Echrans ken der bürgerlichen Ordnung gefellen, statt Fester gezogen zu werden, immer wehe nachlaßt und ers: chlaft, da kannt ursprünglidie Stamnesort, natúrs liche Verwandschaft, die Lüde der politischen Trens nung wohl zum Theil ausfüllen, aber keinesweges das Geräht des innigen und wirkjamen Zusammens * hango: ersehen: « (u. Mm. G. 61–64.)

„Unter dem geroaltigen Jarl schimmert in der Geschidhte eine deutiche Monarchie. Aber einen deutschen Stagt konnte auch der große Karl nid)t. erfinden. Unter dem Schatten, feines Bepters dule deten die Unterjodyten, was sie nidhi zu ändern bermochten. Kaum aber lag die immere Hand Starls nicht mehr auf der gepreßten Masje, ro schlug mit voller Elasticitát jeder Theil des Fran. kenreichs i feinien natürlichen Gelbitbeftånd zurüd 1..... S. 65. Jo Deutsdland Füdyte jedes Volt międer sein altes Recht hervor. Das Gehäuse der Uhr, die der große Künstler Karl mit Geijt zusam. mengefügt und mit Blut gangbar gemacht hatte, erhielt fich und erhält Fid bis- diesen Tag; aber auch nur das Gehäuse. Die Uhr selbst, das Räs deriperk. Ipar zersprengt. Jhre Bestandtheile rie. ben sich aneinander, ohne Nidh zu treiben. Die Spring feder; Nationalgeift fehlte von Anfang. an, und die Wirkung der arbeitenden - Hand-des Reichsvorstehers., den man Kaifer: nannte, änderte fidz mit jeder Kaisermahl, und stockte zumeilert. ganz u. fin. 6. 66-68. Deutsche Art stand nie als etwas Hervorragendes : empatie spanisde Urte der französischen entgegento Manerkannte den Deutschen nur an dem, was ihm fehlte. Denn so brav, fo unerfchrodten, fo frei und offen und rede

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