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VII.

Neue Werte..

1) Beiträge zur Beförderung der fortschreis

tenden Qusbildung der deutschen Sprache, von einer Gesellschaft von Sprachfreun: den. , Erstes, zweites, drittes Stück. Braunschweig in der Schulbuchhandlung.

Eine Anzeige dieser Schrift ist dem Zwed dieses Journals To angemeffen, daß unsre Leser fich mit Recht wundern würden, fie darin zu vermissen. Was die Verfasser damit zur Abfidit haben, sagt der Titel im Ullgemeinen. limständlid fagt es Herr Sampe in der statt einer Vorrede dienenden brede und Einladung. Nämlich sie wollen auf die weitere Ausbildung unsrer Gpradje dadurch twirfen, daß fie 1. die bei unsern vorzüglich gelesenen Schriftstels

lern vorkommenden Fehler gegen den verkannten

Sprachgebrauch anzeigen; 2. streitige Fälle durch Abwägung der Gründe auf

beiden Seiten der Entscheidung näher zu brin:

gen suchen; 3. alle Ungehörigkeiten, die sich gegen die Spradi:

ähnlichkeit in den bisherigen Spradgebrauen ein.

geschlichen haben, als solche darstellen; 4. statt fremder und fremdartiger Wörter, Wort:

fügungen und Redensarten, die bekannten ächt: deutschen angeben, oder wenn es an soldier fehlt, neue in Borschlag bringen, oder borged lagene

prüfen u. P. m. 5. die neugebildeten oder aus alten Denkmählern

und den verschiedenen, Spredarten von unsern guten Schriftstellern hervorgezogenen Wörter und Redensarten auszeichnen und prüfen.

Jedes Heft roll folgende 5 Hauptbūájer ents halten: 1. Husführliche Beurtheilungen vorzüglicher Edrift: steller in Hinsicht auf Sprachreinigkeit und Gprache

richtigkeit. a. Gelegentliche Sprachberidtigungen. 3. Gegenurtheile (eines Mitarbeiters über einen !.andern ) 4. Nusführliche Spraduntersudungen. 5. Fragen über zweifelhafte Fülle, Antworten Satz

auf, Vorschläge, Nadrichten - 4. f. tv. unter dec Aufschrift: Bitmischtes. Edon die Ülhersicht des plans muß einen vortheile haften Begriff von dieser Edrift erineđen. Und dieser Plan ist in den , 3 vorliegenden Heften.de gestalt befolyt, daß das Werk den Spradfreunden nicht anders als widytig sein kann. Jedes det ans gegebenen Fäder giebt (dhon in diesen ersten 3 Hef: ten reidyen Geivinn für die Sprache, und es ist fehr zu wünschen, daß die Verlagshandlung in den Stow gejeßt werde, mit der Herausgabe des Werks fortzufahren, wozu es bis jest {viðer den Unidein niciyt hat. Ein Buds für die Nachttische úen kann es facilius nicht werden, und mit No. manen wird es nicht wetteifern, dürfen; aber allen denen, die in unferer Sprache schreiben wollen,

ann es dod) wohl nicht unwidytig senn: und iverin sur diese es ihrer Aufinerfsamkeit würdigten, so müszte' es« ja tohl fortdauern können.

Daß nicht jeder denkende Lefer jedes darin vor: kommende lletheil unterschreiben, oder jeden Vor: fchlag fic gefallen laffen werde, erwarten die Ver: faller selbst nid)t, wie fchon daraiss er hellet, daß fie Gegen urtheile zu einein der Halptinchec gemadt haben. llnd gerade dies bürgt vorzüglich, jowohl für die Güte und Reinheit ihrer Absicht, ols für die Verdienstlie, feit das Werks. , Edwer: lich war es nöthig, daß die Berfuffer fïd so ongite Lid, vor dem Prrdad, t verwahrten, als pollten sie einen hödyliten Gerichtshof in Sprayengelegenbeis

.

ten ausmachen, von deffen Entsdheidungen man fish nicht weiter berufen ürse; wenn es nicht etwa einer Klasse von (dwachen Lejern zu Gefallen gedhehe, die überall Gernic ffür eine gute Sage sieht, mo gar nichts zu fürchten ist. In der That können in Betreff der Gprade folche Anmefungen Eines Menschen oder einer kleinen Gesellschaft wohl lächerlid), aber nie gefährlich werden. Buweilen kominen einzelne unbelegte Urtheile vor, die einer Anmaßung ähnlich sehen, wo vielleicht wel der Kürze wegen die Belege weggelusjen find; und die Verfasser selbit haben auf einander ein To: wachsa: mes Uuge, daß sie sich nicht leicht etwas, das nicht Gtic hält, durchgehen leffen werden, wofern das Werk nut fortdauert. Schon in diesen 3 Heften findet man über einzelne Urtheile ein inehrmaliges Für und Vider. :}

Bumi Beweise, daß. ipir es für verdienstlich halten zu dem Zweck der Verfaffer mitzuwirken, heben wie verschiedenes aus, worinn wir nidt ilye ter Meinung fern können. Den Anfang machen Hen Eidenburgs Gprachbemerkungen über allers (Gedichte..

6. 36. Angestorben für angeerbt wird füt einen sehr guten Ausdrud erklärt. Absterben ist der Sprachähnlichkeit gemäß, und wird nur von dem sterbenden persönlichen Subjefe gesagt; aber ein angestorbnes Stüc Land? Ferner angeerbt heißt: was auf midy vererbt, oder durch Erbschaft übertragen worden ist; wollen wir etma den Aus: drud ju ausfüllen: was mir angestorben worden ist? Doch das folgt noch nicht nothidendig, und man könnte fagen wollen: der Grund stirbt mir an. Allein die ganze Zusammensetung: Unfter: ben ist verwerflich. Sterben ist ein verneinter Bes griff, in dem das ab, also das Gegentheil von An, enthalten ist; diese beiden Begriffe lajen fithy folglich nicht verbinden. Absterben"läßt sich fas gen, weil durch das ausdrüdliche Hinzuseßen, das 26 bald ein theilroeise vorgehendes Sterben . --

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mann.

3. B. Hände und Füße' waren dion' abge: storben; bald ein Sterben "in gewissen Beziehun. gen angezeigt wird; 3: B. der Sünde, abst e ca

Daß Sterben in diesen legten Ausdrud.ro viel heißt, als unthätig seyn oder werden, ist gang untadelhaft.

Ebend. der Ausdéud: selbst gezogne Sties re sagt nicht, was er hier bedeuten rod.

In der Redensart: vom Landmann selbst gezogne Stiere (wo die beiden Worte selbst gezogne nicht in Eins verschmetzt find) bezieht sich das selbst of fenbar nicht auf die Stiere, sondern auf den Lands

Die Ausdrüde: selbst gewählt, selbste beliebig, selbsterdadt u. f. w. To sehr sie gebraucht werden mögen, find um nichts befier. Ob indeß nicht bei einem Dichter von der Strenge der graitimatischen Foderungen etwas nachgelassen werden müsse, und wie weit sich diese Nachsicht er: ftreden dürfe, ist eine andere Frage, zu deren Er: örterung hier der Raum nicht ist. Ferner macht Herr Eschenburg Sprachbenierkungen über Stur: zens Schriften. Es läßt sich ermarten, daß auch hier; so wie über Haller , der wahren und feinen Bemerkungen sehr viele vorkommen. Gegen einige dieser Bemerkungen hätten wir jedoch Einwendun: gen zu machen, wenn hier der Raum dazu wäre. Wir zeichnen Eine Stelle aus: » Geziert klingt es, wenn S. 258 von Klopstods Goufre die Ne: de ist, der Gdyriften verschlingt und wieder aus: wirft. Wir haben ja das gute Wort Meers. fchlund.se Wenn Sturz in jedem andern Zus famntenhange uns das Wort statt eines Deutschen aufgebürdet hätte, so verdiente das allerdings eine Rüge, und wir mußten, so lange wir kein

ande: res Wort haben, die vier Mitlauter in Meers: schlund, fo gut als möglid), zu versdimerzen fuz chen. Hier aber betrifft es bloß einen Scherz, den einige Freunde Klopstods sich wohl einmahl er: laubt haben, und der der Überseßung nicht bedarf: Ob Sturz diefen Scherz dem größern Publikum,

dem er nicht verstundlich seyn kann, hätte aufti schen sollen, – das sei dahin gestellt.

Herr Rüdiger macht Bemerkungen über Wies lands lämmtliche Werke, Sabei hat er unstreitig einen schweren Stand. Wie viele Leser der Wies landschen Schriften werden eine Rüge kleiner Fleden an ihrem Lieblingsschriftsteller ohne eine Regung von Unwillen lejen, können? Wenn indeß feine Bemerkungen gegründet sind, so wird der Spradis freund wenigstens nad), abermaliger Überlegung das hin entsdheiden, daß es mohl erlaubt jenn müsse, an den Sonnen unter unsern Schriftstellern die Fladen für das anzusehen, was sie wirklich sind, Und daß bei diesen Bemerkungen die einem so vers dienstvollen Sdriftsteller gebührende Achtung nicht derlegt werden müsse, versteht sich von selbst Wic zeichnen unter mehreren Stellen, wo wir nicht seir ner Meinung find, nur einige aus.

S. 68. Bei den Worten Wielands: welches ebenso wohl als Musarion (84. wel de m es als ein Gegenstüď angesehen werden Eann į u. r. w. erklärt Herr Rüdiger das zu wela chem. für eine unrichtige Verbindung, anstatt der ächtdeutiden wozu oder Woud.n. Da das. Füç: wort erst kurz vorher vorkommt, so wird es hier, wie sehr leicht der Fall werden kann, etwas schlep pend;. aber auch unrid tig? Wir sehen nicht waru in. Eben so wenig warum, der kleinere Theil desselben in der kleinere Theil davon pers wandelt werden soll.

S. 70. Bei den Worten, einige Jahre bei Seite gelegt zu werden sagt Herr Rüdiger: Richtig ist hier der Uusdrud zwar völlig, aber mich dünkt doch, er würde deutlicher seyn, wenn es hieße: auf einige Jahre, oder noch beffer einige Jahre lang. Unserer Meinung nach ist, der Ausdruck ganz unrid,tig. Einige Jahre im 4ten Falle, so wie hier, gebraucht, kann allerdings nichts anders heißen, als einige Jabre lang. Ubet, was heißt denn: einige Jahre lang bei Seite ger

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