網頁圖片
PDF
ePub 版

1

fein. Mid verlangt gar fehr nad Haufe und das Elend rund um mich her kann ich kaum länger ansehen.

Ich werde euch manches von den Preussen zu erzählen haben, was cudy auch in eurer guten Meinung bon den Protestanten bestärken tird, mandjes was nicht viel anders klingt, als wenn ihr von euren Feldzügen am Rhein erzähltet. Manches und vieles aud), was eben nicht zuin Besten für unsre Truppen klingt. Viele Regimen. ter, und besonders die Officiere haben es oft in ihrein eignen Lande fo arg gemacht, daß man in Böhmen am Ende lieber die Preussen als uns auf: nahın. Ich glaube fast die einfältigen Leute sehen die Böhmen auch für ihre Feinde an, weil sie eine andre Sprache sprechen.

Und von dem braven Frit sprechen wir fast eben so viel und eben so gerne als seine eigne braben Soldaten. Das ist noch ein König! Vater, nur so einer sollte König sein! Wunderdinge erzähl ich euch von ihm. Und wie er von seinen Leuten geliebt ist! Wie die Gefangenen, die wir machen, von ihm sprechen! Einen Gefangenen hab' ich mir gemacht, Vater, den bräche ich euch gerne als Beute mit nach Hause. Es ist ein preußischer Feldwebel von der Infantrie. So was kennt man gar nicht bei unsern Truppen. Der Mann hat

euch studiert, versteht den Dienst und spridit das von, daß wir uns nicht satt hören konnten. Und mas er alles für seine Compagnie zu besorgen hat, und wie ordentlich er die ganze Compagnie führt und jedes einzelnen Soldaten Gade! Er sieht die Soldaten seiner Compagnie wie seine Kinder und Söglinge an. Nur darüber hat er bei uns ges jainmert, daß seine Compagnie nun in Unordnung kommen wird.

Denkt euch meine Freude, ' Vater: wie er sieht, daß es mir Ernst ist ihm seine Sachen zu laffen, et aber durchaus darauf besteht, ich müßte mir irgend was aus seinen vollgepacten Tornister aussuchen, reh ia daß dieser halb poll Bücher ist. Pok Element! (chrie ich, davon rollt ihr mir kein einziges behalten, die könnt ihr in eurem glük: lichen Lande leicht wiederfinden, id dort für alles Geld nicht. Der Mann hatte solche herzliche Freude an meiner Begierde nad seinen Büchern, daß er mich dann auch bejin Wort hielt, und ich bcing euch nun gar schöne Bücher von einem ge: wissen Gellert und Rabner mit, audh eine Erdbeschreibung von einem Büsching, wo auch unser Dorf drinne steht, und ein Buch von Spalding - Vater das klingt ganz anders, als was sie uns dort in Inspruk verkaufen. Wie wird euch das Buch freuen! Man meint im Anfang, das

wäre zu vornehm für unser einen, und doch bere steht sich leichter als manches schlechte Bud); und wo ichs nicht ganz verstand half mir mein bravec Geldwebel.

Vater, von dem Mann hab' ich mehr gelernt, als von allen andern Menschen, wenn ich euch ausnehme. Und indem idh eben anfing das alles zum Besten meiner Compagnie so viel als möglich anzuwenden, hätt' ich sollen ein müßiger Untera sieutenant werden? Und das um als Herr Lieute: nant, der in nichts mehr paßt, nach Hause zu kommen? Ja auch wenn ich hätte Soldat bleiben müssen ich hätte mid doch wohl bedenken sollen! So aus meinem guten Stand heraus unter die Menge junger windiger Stadtleute, die ihre Stela sen kaufen und sie wieder verkaufen, und zu ihrer Obern auch meist solche Leute haben, die es für Geld und gute Worte geworden find! Wenn ich so ein tüchtiger Unterofficier für meine Compagnie werden könnte, wie mein Freund Werner für seine brave Preussen ist, den sie nicht leicht so has ben können, wenn sie auch noch Geld und gute Worte dazu geben wollten, so wär ich und die Eompagnie doch wohl so besser dran!

Eben da ich mich hinsege diesen langen Brief zu schließen gehts durchs ganze Lager: Friede, Friede! Nun dann bin ich ja selbst bald wieder

bei Euch und es lohnt des Schreibens nicht weiter.
Die Ihránen stehn mir vor Freuden in den Augen;
Vater! Lebt wohl! Gott erhalt euch alle gesund
bis zumn Wiedersehn. Ich bin gewiß der Erste zu
Hause.«
. «՝

Franzo

[ocr errors][ocr errors][ocr errors][merged small][ocr errors]

IV.

Notiz von Deutscyen Journalen.

Um

diesen Artikel fürs verfloßne Jahr nicht ganz unbearbeitet zu lassen, wollen wir von den Zeite (driften, die mit demselben angefangen haben, wenigstens diesmal Eine von ihrer Entstehung her etwas ausführlich anzeigen. Wir wählen dazu die Horen als diejenige welche das größte Auf fehen erregt hat und unstreitig die meisten merkwürdigen Auffäße enthält.

Daruin verkennen wir gewiß nicht den großen Werth von Posselts europäischen Annalen, welche dein Geschichtforscher ein unentbehrliches Handbuch senn und bleiben werden, und denen nur eine weniger gesuchte und geschrobene Sprache zu wünsden wäre; auch nicht den edlen ernsten Ton und achtungswerthen Inhalt der deutschen Monatschrift; ebenso wenig die ziveemäßige Einrid)tung und Behandlung des Journals Frankreich im Jahr 1795. und den interessanten, wiewohl etwas zu einseitigen und zu ungleich bearbeiteten Inhalt der Beiträge zur französischen Revolution und den angeneh. men unterhaltenden Charakter des Berlinischen

neuen

« 上一頁繼續 »