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Zeitung steht wieder ein Aufruf an die braven Ine roler, fich fieißig zu flellen, und es ist mir als wenn ich nun hinaus müßte, um unsern armen Kaifer und unsrer muthigen Staiserinn, so viel ich. vermag, zu helfen. Ihr seid ja auch noch stark und frisch, ihr steht immer nodi ein paar Jahre der Birthschaft ohne viele Mühe vor. Lange kann ja der Krieg eben nicht mehr währen und wird es eud“ zu fauer, kann ich ja immer wieder abgehn. Gefreit habt ihr ja auch erst spät und habt doch gesunde Kinder groß werden sehen, und von euren älsten Löchtern auch schon Enkel die Menge. Vielleicht bleibt die Depi noch einige Jahe bei ihrem Bater, und find ich sie hernach noch frei, fo werb ich um sie.

Der alte Vater fiel dem Sohne mit Ihránen um den Hals und rief: geh' in Gottes Nahmen, du braver Juuge!

Die Thränen der Mutter und der Geschwister hielten ihnen nicht. Er rüstete sich nach Art der Eyroler Jäger mit gezogener Büchse und Frummen Säbel aus, stellte sich freiwillig bei einem Jägers corps und zeichnete sich gleich in den ersten Ges fechten durch ächte ruhige Bravour vor vielen an.

Seine sehr ordentliche Lebensart und feine Geschidlichkeit im Schreiben und Rechnen, ließen ihn im folgenden Feldzuge zum Unterofficier

dern aus.

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und Versorger der Compagnie' avanciren.

Von dem Augenblid an mard es ihın erst wohl bei der Armee. Der häufige Müßiggang und die bestäni dige Nähe seiner rohen Cameraden war ihm oft sehr lästig geworden. Nun führte er die Ange. legenheiten der Compagnie mit der Ordnung und Thätigkeit mit der fein braver Vater seinen großen Haushalt führte. Vom Innhaber der Compagnie bis zum " leßten Gemeinen sah ihn jeder für seinen Freund und treuen Versorger an.

Zu Hause ging es auch gut in der Wirtschaft und der Vater : fühlte oft, daß er doch Ipohl zu früh den Gedanken an Ruhe gehabt habe. Nidhts zwang ihn den braven Franz vor Beendigung des Krieges zurück zu rufen, fo herzlich gerne er ihn übrigens auch wieder um sich gehabt hätte. Ale fühlten jegt erst redyt wie viel der gute Franz in seinec stillen Thätigkeit für alle gewirkt hatte. Überall fehlte seine hülfreiche Hand.

Im legten Feldzuge hatte Franz das Glúď feinen General aus einer augensdeinlichen Lebens: gefahr zu retten. Er schonte dabei sein Leben nicht und erhielt einige Hiebe in den Stopf und in die Schulter. Der General glaubte eine so tapfre edle Handlung nicht geringer belohnen zu können, als daß er ihn zum Officiere porschlug. Das. Pa. tent fam an; unser Franz war aber durchs nid ts

zur Unnahme desselben zu bewegen. Er gestand frei, nur der Eifer für seinen Kaiser habe ihn ber mogen sein päterliches Erbe während des Krieges zu verlassen, nichts würde ihn nach dem Frieden fänger beim Militär halten können, und da fein einziger Wunsch und Plan fei und bleibe, fo bald cs Friede würde in seine Heimath wieder zurüď zu kehren und sein väterliches Erbe mit eignen Häne den anzubauen, könnte ihm der Herr Lieutenant nur im Wege stehen, im geringsten nicht fördern. In feinem stillen Herzen achtete er sich und seine mohlverdiente linterofficierstelle, die ihm Gelegens heit gab, fo vielen nüglich zu werden, auch zu hoch um fie leichtsinnig zu bertauschen. Ein Brief an seinen Vater, der legte, den er aus dem Felde fdhrieb, fagt dieses und manches andere zu naiv, als daß ich ihn nicht gerne hier abdrucken ließe. Wer Theil an Menschen nimmt, die an der Hand der Tiatur auf eignen Beinen wandeln, wird auch das Umständliche darin nicht unbedeutend finden.

» Ich kont' Euch in der (eßten Zeit nicht schreis ben weil ich zwei Monath im Lazarethe lag. Auf einer schlimmen Retirade, bei der unser braver See neral fast der legte Mann war, hatte ich das Glid ihn vom Feinde zu befreien. Sein Pferd stürzte dicht neben mir, er kam ganz drunter zu liegen, Joh sprang 211, mollt ihm herborhelfent; als eben

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deri preußisdye Husaren, die ihn verfolgren, auf ihn einhieben. Es glüdte mir sie so lange abzuhalten bis mehrere von unsern Leuten umwandten, einen Husaren vom Pferde schossen und die andern in die Flucht trieben. Es waren fast die legten die uns perfolgten. Neine Cameraden hatten mid) betäubt weggetragen. Nach einigen Stunden er: macht' ich in einer Dorfschenke und fand meinen Kopf und die Schulter in feste Bandagen gewidelt, das war das erste Mahl in meinen Leben daß ich am Leibe nicht frei war. Der General saß neben mir, und freute sich sehr als ich wieder erwachte. Er fragte mich oft, ob die Wunden im Kopfe auch nicht sehr schmerzten? und nannte mich seinen Ers retter. · Er wollte mir auch seine Uhr und Börse, die ihm die Feinde bald abgenommen hätten, zum Geschenke machen; ich antwortete ihm aber wie ihr einst einem Pringen, dem ihr einen ähnlichen Dienst thatet: es sollte mir lend thun den Dank eines so braven Officiers für Geld und Gold zu verkaufen. Er drüdte mir drauf die Hand und sagte: ich sehe wohl, ihr send eines bessern Lohns würdig. Und so mag der brave General wohl ges glaubt haben mir einen rechten Gefallen zu thun, da er für mich das Officierpatent auswirkte. Aber auch darin folgt' ich lieber eurem Beispiel als dem Zureden mancher Cameraden. In all dem wars

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freilich leichter einem folchen Beispiel zu folgen, Bater, als bei der Vertheidigung des braven Ge: nerals. Hätt' ich da init Büdise und Säbel so gut fowadronirt wie ihr damals, wär' ich auch wohl ohne Wunden davon gekommen und hatte die Feinde selbst abtreiben können. Ich habe tohl an euch gedacht, wie ich zusprang.

Der General hält mich nun für eigensinnig, weil er unfern Hausstand, unser Leben nicht kennt und begreift. Das thut aber weiter nichts. So bald es Friede ist, geh' ich ja ab, und beim lustigen Einfahren mit unsern braven Braunen und Rappen und beim Baum-Fällen und Pflanzen hätt' der Of ficierrod doch nicht gepaßt. Nein, guter Bater, ich weiß zu gut, was das werth ist, so wie ihr als glüßlicher Landmann zu leben, unter feines Gleiden der Beste und Klügste zu seyn, ohne sich durch eitles Prahlen den Haß und Neid seines Nadbarn zuzuziehen. Ilnd vieles von dem be: greif id izt viel besser, als sonst und das ist mit ein paar

Narben gar nicht zu theuer bezahlt. Die Wunden haben gut geheilt und ich bring nun dodh ein Andenken vom Kriege mit. Die Schmarre über der Stirn wird Depi doch wohl seiden mögen? Es Tieht fast aus als wenn ich so noch die legte Ges legenheit hätte benußen sollen: denn alles spriche izt vom Frieden. Nun, mit soll es herzlich lieb

Deutschl. 18 SE.

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