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Der Charakter der aesthetischen Bildung unsres Zeitalters und unsrer Niazion verräth fidh felbft durch ein merkwürdiges und großes Symptom. Go: thens Poesie ist die Morgenröthe achter Sunft und reiner Schönheit. Die sinnliche Stärke, peldje ein Zeitalter, ein Boll mit fich fortreißt, war der kleinste Vorzug, mit dem schon der Jünge ling austrat Der philosophische Gehalt, die da: ratteristische Wahrheit feiner spätern Werke durfte mit dem unerfchöpflichen Reichthum des Ghakese pear verglichen werden. Ja wenn der Faust vol: Cendet wäre, so würde er wahrscheinlich den Hank Fet, das Meisterstüd des Engländes, mit welchen er gleichen Zweck zu haben scheint, weit übertref: fen. Was dort nur Schidsal, Begebenheit Schwäche ist, das ist hier Gemüth, Handlung Kraft. Hamlets Stimmung and Richtung lich ist ein Resultat seiner äußern Lage; Fausts ähnliche Richtung ursprünglicher Charakter, – Die Vielseitigkeit des darstellenden Vermögens dieses Dichters ist so grenzenlos, daß man ihn Proteus

nem:

unter den Künstlern nennen und diesein Meergotte
gleich stellen könnte, von dem es heißt:

v Erstlich ward er ein Leu mit fürchterlitt wallender

Mähne,«
- Floß dann als Wassec dabin und rauscht als Baum

in den Wolken;«

Man kann daher den mystischen Ausdrud der richti.
gen Wahrnehmung allenfalls verzeihen, wenn einis
ge Liebhaber ihm eine gewisse poetische Umacht

beilegen, welcher nichts unmöglich sei; und sich in e scharfsinnigen Abhandlungen über seine Einzig:

feit erschöpfen.

on olt:

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Mit scheint es, daß dieser raffinirte Mysticiss mus den richtigen Gesichtspunkt verfehle, daß, man Göthen sehr Unrecht thue, wenn man ihn auf dies fe Weise in einen deutschen Shakespear metamor: phofirt. In der charakteristischen Poesie würde der manierirte Engländer vielleicht dodj den Vorzug behaupten. Das Ziel des Deutschen ist aber das Objektive. Das Schöne ist der wahre Maasstab, feine liebenswürdige Dichtung zu würdigen. Was kann reizender sein als die leichte Fröhligkeit, die ruhige Heiterfeit seiner Stimmung? Die reine Bestimmtheit, die zarte Weichbeit seiner Uns risse? Hier ist nicht blos Kraft, sondern aud) Ebens maas, und Gleichgewicht! Die Grazien selbst ver:

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riethen ihrem Liebling das Geheimniß einer fájás nen Stellung. Darth einen wohlthåtigen Wechsel von Ruhe und Bewegung, weiß er das reizendste Leben über das Ganze gleichmäßig ju verbreiten, und in einfacher Massen ordnet sich die freie Fülle von selbst zu einer leichten Einheit.

Er steht in der Mitte zwischen dem In terei fanten und dem Schönen, zwischen dem IN a nierirten und dem objektiven. Es darf uns daher nicht befremden, daß in einigen wenigen Werfen seine eigne. Individualität noch zu laut wird, daß er in vielen andern sich nach Laune metamorphosirt und fremde Manier an: nimit. Dies sind gleichfam übrig gebliebene Er: innerungen an die Epoche des Charakteristisden und Individuellen. Und doch weiß er, so weit dies möglich ist, selbst in die Manier eine Art von Objectivität zu bringen. :: Go gefällt er sich aud zu Zeiten in geringfügigem Stoff, der hie und da so dünne und gleichgültig wird, als gietta ge er ernstlich damit um wie es ein leeces Denfen ohne Inhalt giebt, ganz reine Gedich, te ohne allen Stoff hervorzubringen. In dieses Werken ist der Trieb des Schönen gleichsam mi: fig; sie sind ein reines Produkt des Darstellungs triebes allein. Fast könnte es scheinen, als je die Objectivität seiner Stunst nicht angebohrne

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Gabe allein, sondern auch Frudit der Bildung; die Schönheit seiner Werke hingegen eine unwill: führliche Zugabe seiner ursprünglichen Natut. Er

ist im Fröhlichen wie im Rührenden immer reiCjend, so oft er will schön, feltner erhaben. Seine

rührende Kraft streift hie und da aus ungestümer 3. Heftigkeit ans Bittre oder Empórende, oder aus ni mildernder Sdwächung ans Matte. Gewöhn. einlich aber ist hinreissende Kraft mit weiser Scho.

hung aufs glüdlichste Vereinigt.
frei von Manier ist, da ist seine Darstellung

wie die ruhige und heitre Ansicht eines höhern -- * Geistes, der keine Schmåde theilt, und durch

kein Leiden gestört wird, sondern die reine Fraft allein ergreift und für die Enigkeit hinstellt. Do

ganz er selbst ist, da ist der Geist seiner reizen: den Dichtung liebliche Fülle und hinrei:

Wo er gang

er

Bende Anmuth. *)

53 Dieses schöne Fragment mag unsern Lesern einen

kleinen Vorschmad von einer vortrefflichen Britischen Schrift geben, welche von dem obengenannten Dero fasser zu Dstern bei Michaelis in Neustrehliß er: scheint. In dem fünftigen Stüd hoffen wir unsern Lesern mehr davon zu sagen. So auch von einigen andern trefflichen Werfen die nächstens erscheinen werden, von einem wichtigen juristischen Werke von

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Strein, einer Geluidyle des achtzehnten Jahrhunderts von Sprengel, non einem großen Werte, über die Gerdhichte der europäischen Staaten von Woltmann, von einer ächt deutrder Liedersammlung welche unser Reidard unter dem Titel, Lieder gerelliger Freude, zu Dstern bei Gerhard Fleisder in Leipzig herausgiebt und von einer sehr schönen Lusga. be, welche eben dieser-Verleger von den sämtlichen Werfen des liebenswürdigen Dichters Florian mit Didotschen Lettern bei Unger franzöfifch. druden löst.

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