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lid, auf eine Behandlungsart Historischer Gegens stände verstehen, bei welcher nicht rechts und links muthgemaaßt und mit Wahrheit oder Wahrschein: lichkeit Voluspocus getrieben wird, um eine Hins pothes zu einem Faktum und ein Faktum zu einer Hypothes zu stempeln.

Noch habe ich unter meinen Bekannten wenis ge solche Begleiter gehabt: etliche sehr brave Mans ner erwarte ich noch. Jezt ist der eine Frank, der andere hat ein Weib genommen, dem dritten ist der Handel zu kraus, ein Viertec will sich den Ger nuß des herrlichen Gangen durch kein Démembrement stören. Ebenso verschieden sind, wie ich hör re, die Urtheile Mancher in der Ferne, die ich am leichtesten zu vereinigen hoffte. Zwei oder drei nur Icheinen mir vollkommen beigetreten zu seyn. Eiz nige andere, unter denen ein paar scharfsinnige Köpfe sind, die poc 8 9 Jahren Ihre Zuhörec waren, billigen die Dialektif meines Versuchs, abec ohne die Hauptsache im geringsten wahrscheinlich zu finden: die meisten meinen, wann die Bücher fchreibung von den Griechen aufgenommen wäre, sei ziemlich zur historischen Demonstration gebracht; allein vor den legten Resultaten bleiben sie stehen, und wollen keinen Schritt weiter: einige entdeden auch, was begreiflich war, um alle Verschanzun, gen von Präinissen herum, einen nicht unbequeinen

Deutidl. 26 SE

Weg zu dem alten Glauben. Ja einer, und just der gelehrteste, der behutsamste und biederste stris tiker, warum sollte ich ihn nicht nennen? Ruhn: Benius schreibt mir vor kurzein in seinem zweiten Briefe : Iterum et accuratius nunc pervolventi mihi

accidit idem, quod illi. apud Ciceronem Dum lego, assentior; cum posui librum, omnis illa assensio elabitur.

Sed saepius repetitae lectionis Tibi mox rationem reddam etc.

Sehen Sie, mein H. Hofr. fo habe ich aus allen den einsylbigen Stimmen, die mir bisher zus kamen, wenig gelernt, was uns auf dem Wes ge vors oder cüdwärts bringen könnte, Rüdwärts kriegt mich nun zidar nicht so leicht einer. Dazu habe ich mir die Sache zu oft unter den Händen kalt werden lassen, und der vorige Sonimer hat das Seinige gethan, den zurüčgelegten Weg wie: der freind für mich zu machen. Aber weiter vorwärts zu gehen, und die Resultate in der üb: lichen Form aufzustellen, ist guter Rath theuer, fdon an fich; zumal nun, und iezt überhaupt.

In dem Bisherigen habe ich am meisten die Stärke der å ußern Gründe versucht. Dies schien, als populär, für die Leser und den ersten Schritt am zuträglichsten, ohne der Sache nachtheis lig zu seyn. Jedoch um alle die äußern Gründe läßt sich ziemlich herumkommen, sobald die innern die

Prüfung nicht aushalten. Und was S. 137. leise berührt ist, findet bei sehr Wenigen Gehör. sind also die Fragen übrig: was für Verschie: denheiten liegen in den vereinten Gesängen der Jlias unter einander; und ebenso in der Odyssee? Welches sind die innern Spuren, die den Schluß erzwingen, beide Werke waren Anfangs nicht auf den Plan großer Werke angelegt; fo wenig als eine Trilogie von Schauspielen zu Einer Sragödie? Was ist es ferner, warum wir nicht länger annehmen können, daß beide Wer: te von Einem Berfaffer feien?

Ich darf Ihnen nicht erst sagen, daß dieß Fragen find, die auch ganz unabhängig von Rhapsoden-Sitte und Geschichte der Bus cherschreibung müssen entschieden werden. Sie sind völlig von eben der Art wie die: ob ein Platonischer Dialog, ob eine Rede des Demofthe. nes oder Lyfias ådt d. h. desjenigen rei, dein fie von alten Zeiten her beigelegt zugeschrieben werden. Siurz, wir müssen suchen ebendasselbe am Homer zu thun, was Dionys von Halifarraß an den Rednern that.

Dieserlei Untersuchungen ist der gegenwärtige Beitlauf nicht sehr günstig. Hin und wieder geht man ordentlich geflissentlich darauf aus, in Ger fchichte und Allem, was dazu gehört (ich denke,

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selbst die Grammatik der alten Sprachen gehört dazu) die Grenzen des Falschen, des Wahrschein lichen und des Bahren oder Ausgemachten zu bec: cüden und zu berdunkeln. Wie es scheint, wird ießt die Philologie eine sophistische Wissenschaft, sie, die sonst andern, wenn alle Stride rissen, aus der Sophistil heraushalf. Bald wird man möglich – und nirgends' ist es leichter den Leuten draussen die Kritik, die historische wie die grantmatische und chetorische, als ein Gewebe von eitel Spisfindigkeiten, als eine gelehrte Chiromantie verras then; und, um sich nicht den Mitarbeitenden bloss zustellen, scheint man lieber die ganze Uit von Arbeit, die ganze Stunst Preis zu geben. Darauf hatten Viele gelauert.

Doch ich vergefie beinahe den Wunsch, der mich iezt gerade zu einem so langen Briefe an. reizte.

Die Untersuchung über den Homer ist nun eins mal in einer schiefen verzerrten Gestalt in die Leses welt gebracht worden. Ich weiß noch nicht., wann idh an den Auszug kommen kann. Unterdessen dürfte leicht die Weltkunde, ich meine die, die gern auf den Klosianismus schilt, um etwas viel schlimmeres zu thun, als der unkluge 106 thun konnte, an einer Schrift; der mühsamsten die ich je unternahm, ihre Sturzweile treiben. Möch

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ten Sie daher doch, wenn Sie eliva eine Anzeige des Buches machen, die Sache in ihren Haupts Momenten und mit den Haupt: Gründen ganz einfach und bestimmt darlegen! Möchten Sie mich und Andere zugleich des Vergnügend theilhaft machen, aus Ihren Bemerkungen, sie mögen für oder wider seyn, viel, recht viel zu lernen! Die Beshäftigung mit der Erklärung Homers, von der Gie miç unlängst schrieben, muß Ihren Beobach: tungsgeist oft auf ineine ehemaligen Zweifel ges führt, und solche verzeihlicher als damals gemacht haben. Vielleicht haben Sie nach der Zeit selbst eine genauere eigentliche Recherche darüber anges ftelt. Wiewohl, Ihre neuern Schriften lassen midy fast bermuthen, daß Sie mehrere Gründe für die herrschende Borstellungsart gefunden haben. Und dies macht mid in der That nody lehrbegieriger. Jo bin so offen, Ihnen dieß zu sagen. Joh rege noch hinzu, daß ich auf dergleichen Stellen Ihrer Schriften mehrmals Rúdsicht genommen, und sie ein paarmal wol mit Ihren eigenen Worten in meine Meinung zu ziehen gesucht habe. Nur die Citate sind vermieden.

Es mag einerlei Budringlichkeit scheinen, 3h. re itige Prüfung durdy das Borurtheil Ihres ei: genen Ansehens zu erschweren, und Ihre Beistim, mung durch Briefe zu gewinnen. Indessen jenes

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