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Antheil nehmen kann, und durch Ermunterung da. zu, befördern wird,

4. In Deutschland dürfte wenigstens dieser fromme Wunsch nicht sobald realisict werden; denn es ist aus zu vielen kleinen Staaten zusammenges segt. Sdränkt der Tiachbar die Aus- und Eins fuhr ein, so wird man wider Willen zu gleichen Einschränkungen genöthigt.

B. Eben aus diesem Umstunde möchte ich beis nahe das Gegentheil folgern. Die großen deute schen Staaten, besonders die abgerundeten, wie Östreich, haben nicht nöthig, sidh um die Maaßres geln ihrer Nachbaren zu bekümmern, und die kleis nern, welche meistentheils die Hülfe ihrer Nach barn brauchen, haben ein entgegengesegtes Interesse, nämlich das, daß ihnen das Nöthige von allen Seiten frei könne zugeführt werden.

Man follte daher die deutsche Verfassung zu einem Reichsges feße benußen, wodurch alles Berboth der Aus- und Einfuhre zwischen den deutschen Staaten aufgeho: ben, und eine wahre Reichsbürgerschaft festgeset würde.

2. Ein frommer Wunsch, welcher ewig ein. folcher bleiben wird, weil sich unsre deutschen Reichs. ftande schwerlich zu einer Einschränkung ihrer freien Gesengebung verstehen möchten!

B. Sie glauben also, daß unste Deutsche Reichse

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verbindung zu weiter nichts helfe, als damit die stiftsbürtigen Herrn noch ferner in dem Rechte ges schüßt werden, die besten ins und ausländischen Weine auf das Wohl des deutschen Baterlandes auszutrinten ?

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2. Nichts hat mir in der ganzen Schlózers schen Staatsverfassungslehre mehr gefallen, als das, was er über die Erb. Wahl- und freiwilligen Stände fagt. Es ist ein vortrefflicher Gedanke, diejenigen welche sich zu Gegenvorstellungen gegen die Regierung vereinigen und die Gdyriftsteller, spelche über Regierungsangelegen schreiben, als freis willige Stände zu betrachten.

3. Ey, ey , fo hots find unfre Schriftftelerdhen feit langer Zeit nicht geehrt worden! Statt des Beiworts freiwillig würde ich lieber unbéru fen feßent.

2. Wo es auf das gemeine Wohl ankommt, hat jeder einen Beruf, mitzusprechen,

B.. Ja, vermöge eines Patents, welches der Hunger ausgefertiget und die Naserveisheit besiee gelt hat!

2. Verfündigen Sie sich nicht an den Leh. tern der Nation, die, wie Iofer und Schlöger

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B. mit einander handgemein werden.

2. Es ist doch in der That unbegreiflich, wie ein Mofer, den ich sonst innig hochgeschäßt habe, sich so weit habe vergessen können, daß er seinen Gefährten auf dem Wege der Publicitar als einen Unruhstifter in übeln Ruf zu bringen sucht, und das bloß deswegen, weil er die Rechte und Pflich: ten der Unterthanen, auf den bürgerlichen Vertrag gründet, und das längst Dermoderte göftlide Pas tent, wodurch Nero und Philipp von Spanien das Recht erhielten, zu fordern, daß man, ihrem Gdwerte geduldig den Hals darreichen sollte, nicht weiter will gelten lassen.

3. Religio , quantum potuit, suadere malorum. Lassen Sie dem übrigens verehrungswürdigen Ian: ne diese Schwachheit,

2. Das ist es eben, was ich von Ihnen for: dre. Sie sollen nämlich deßwegen, weil einige Gdriftsteller keinen rechtmäßigen Beruf aufzuivei: sen und andere neben ihren großen Eigenschaften auch Schwachheiten haben, die Schriftsteller über: haupt nicht verächtlid behandelit.

3. Aber glauben Sie denn im Ernst, daß die Schriftsteller die Regierung von schlechten Naaß. regeln abhalten können? 2. · Und warum

1-Feifeln, Sie daran? B. Weil das mäßige Boll der Schriftsteller

nidot

nicht eben sehr geschickt ist, nüßlichen Rath zu ere theilen; denn sie kennen weder den Gang der Ge: schäfte noch das Bedürfniß des Staats.

2. Wird wohl eine Kenntniß des styli Curiae erfordert, um allgemein Betrachtungen über den Zwed und das Wesen des Staats anzustellen?

B. Meinetwegen mögen sie über den Staat im Allgemeinen philosophiren jo viel sie wollen: aber

werden sie dadurch auch geschickt, diese allgemeine Regeln auf besondre Fälle anzuwenden, um die von der Regierung ergriffenen Maaßregeln zu beur: theilen?

4. Nicht immer. Aber sollte nicht zuweilen die Regierung gegen jene Grundsäße so offenbar verstoßen haben, daß man nur die Augen aufthun darf, um die Abweichung von der Regel wahrzu: nehmen?

B. Für eine so blinde Regierung kann kein Schriftsteller Brillen (dleifen,

A. Sagen Sie das nicht. Wie viele gibt es nicht, welche das Staatsruder ergreifen, ohne jes mals über jene allgemeine Grundsäge nachgedacht zu haben. Aber, unter uns gejagt, meine Hoff: nung, daß der, welcher den Fehler gemadyt hat, ihn von selbst wieder gut machen werde, ist áu: serst geringe. Mehr rechne ich auf die Cođegen, Feinde, Neider, dessen, der den Fehler gemacht

Deutschl. 24 St.

hat, und vorzüglid) auf die, welche gerne feine Gtelle haben möchten. Überdieß läßt sich auch sela ten der Meinung des Publici lange widerstehn. Man muß also den Fehler verbessern, oder denen Die es beffer verstehen, weichen.

B. Wie, wennt aber nicht gegen die Grunds fäße sondern nur gegen deren Anwendung versto: Ben worden ist, wird alsdann wohl der Schriftsteller eingreifende Bemerkungen machen können?

A. Niehmen Sie denn an, daß alle Schrifte steller Leute ohne Erfahrung find? Gibt es nicht Geschäftsleute, , die ihre Nebenstunden der Beleh: rung des Publici widmen?

B. Nun, wenn ich Ihnen auch diese Art frei: williger Stände hingehn lasse, so wünsdite ich doch nicht, daß es dem deutschen Volke einfiele, sich in Art des Englisden zu versamineln, um der Regierung Vorstellungen zu übergeben. Sie habent ja wohl in Zeitungen gelesen, daß man aud dort diesen Unfug nicht langer dulden will.

2. Bo gewisse Gaden noch nicht eingeführt find, kann der erste Berfuch leicht Unordnungen veranlassen, Ich würte daher in Deuschland ebers nicht zu Boltsversammlungen nads Art der Englis lischen rathen. Wer einer gewissen Freilyeit noch nid)t gewohnt ist, ist nur gar zu geneigt, sie ju mißbrauchen. Es fehlt uns aber aud in Deatscha

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