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redht: gescheuf; don seinem Gewerbe oder Umte hab' ich wirklich noch keinen gründlich, bald möcht' ich sagen, keinen sprechen gehört. Der , dem fchwächern Menschen so wohlthätige, antreibende, festende esprit de corps muß dabei gang verloren gehen.

Die Journal: und gelehrte Zeitungslectüre ist hier aber auch eine wahre epidemische Strankheit. Kaum waren wir abgestiegen, so wurde uns (don angetragen eine Lesegesellschaft mitzuhalten, die alle deutschen gelehrten Beitungen hält. Ein Träger bringt sie den Leuten der Reihe nach, wie sie un: terzeichnet haben, und empfängt dafür monatlich einen Thaler. Weil wir uns vorgenommen haben im Anfange nichts der Art abzuweisen, so waren idir sehr bereit dazu,' und pränumerirten unsern Thaler als Fremde freiwillig. Kaum war der Kerl fort, fo zeigte sich ein andrer mit einein Plane der aud die größeren Lesejournale in sich schloß: 21: gemeine deutsche Bibliothek, berlinische Monats. fchrift, Merkur, Museum, u. a. m. Aud) dazu ftanden wir an. Tiun muß 18 unter den armen hungrigen Zeitungskupplern herumgekommen fenn: denn den fünften Tag hatten wir eine dritte Lac dung mit ausländischen Zeitungen und Journalen auf dem Halse. Da fchleppen Dir nun die teele einen Must zusammen, daß wir manden Tag

kaum

kaum Zeit genug behalten, um nur die Namen der Jnteressenten auf den Umschlägen der gehefter ten Zeitungen und Yournale heraus zu lesen, die bis jegt für uns das Wichtigste bei der Sache war ren. Jedes Mithalters Name steht in der Ordnung, in dem ihm das Zeug gebracht wird, auf dem Um. fchlage des Buchs. Da stehen Dir nun Minister und Kaufleute, Generale und Prediget , Räthe und Schreiber, fûnstler und Handwerker durcheinan. der, wie in den Schuldbüchern der Kaufleute. Mic kommen sie audy wahrlich oft vor wie insolvente Schuldner an Buchhändler und Autoren: denn man sieht fast kein anderes Buch bei den Leuten, und die Buchhandlet folent hier in der Stadt felbst fast nur an solche Lesegesellschaften verkaufen, deren és auch wieder für allerlei Lesebücher, doch nur dus der leichteren-und luftigern Classe giebt. Dens noch aber sprechen Dir die meisten Leute von den größten Werken, von denen sie vielleidjt auch niche cinmal die Recension ganz gelesen haben mögen, als von ganz bekannten, ihnen geläufigen Sa: dhen. Eine Lust ist es aber wenn man so in einem angesehenen Journal eine Recension von einem neuen Budje gelesen hat, wie man da hernach überall dasselbe Urtheil fo echomäßig wiederhallen hört. Oft nicht besser begriffen und angebracht als jener Lüftige französische Marquis im pariser Deutidl. 25 St.

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Concert spirituel das Urtheil des Mercure de Fran. ce über den Gesang der Mara anbrachte. Nach ihrem ersten Debut, in weldhem sie ihre unbegreifLidhe gränzenlose Fertigkeit gezeigt hatte, sagte der Beurtheiler im Mercure : elle m'etonne, mais elle ne me touche pas. (Sie regt mich in Erstaunen, aber sie rührt mich nicht ). Kaum hörte der hiens Tose Nachbeter im zweiten Concert der Mara die ersten Lakte des unbedeutenden Recitatios, das vor einer Arie herging, und schnell wandte er sich bedeutend zu seinem Nachbaren, und rief mit weis fem Nasenrümpfen: elle m'etonne, mais elle ne me touche pas.

Eine sonderbare Mischung 'von Unglauben und Aberglauben ist hier unter den Leuten Doch das ist alles noch zu früh! Uuch ist es gar nicht mein Vorsak Dir so zu schreiben. Meine Sehn: sucht nach Dir, und die fatale Öde bei all dem Geräusch um mich herum, die treiben mich immer, an den Schreibtisch. Da sig' ich dann und Fäue und stampfe die Feder, hauche all das D und Ach, das nach ihr sich hindrängt, schwer in die Luft, bis dann ein Buch auf dem Tische, ein Schren auf der Straße, 'ein Thürklopfer all die hellduna keln Bilder, die bittersüßen Träume verscheucht, und mich so ganz was anders Dir schreiben läßt, als id, erst wollte. Lieber, wärst Du doch mit

uns! - Doch ich mag das nicht weiter 'nähren, es macht mich zum unnügen Menschen. Lebe mohl und schreibe bald und oft.

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II.
Brave Tyroler menfche n.

Ein Familiengemälde.

Fortregung.
Der

Per lang ersehnte Brief war erst wenige Tage in den Händen des glüdlichen Daters als der bra; de Franz auf einem erbeuteten Poladen in den Şof gesprengt tam. Er fand seine Lieben alle rund um den Tisch beim Abendbrode; fein Brief lag zivischen dem alten Vater und der schönen Pes pi auf dem Tische, Sie und ihr Vater . waren herumgekommen ihn noch einmal zu lesen. Pepi hatte ihn laut vorlesen müssen und glühte noch eben vor Freuden als unser brader Franz in die Stube trat und sich dem alten Vater in die Arme stürzte. Dann umarmten ihn alle die Reihe herum recht herzlich, auch Pepi, die erst hinters drein jungfräuliche Schaam befiel. • Noch am selben Abend ward das schöne Bünde niß geschlossen und die Liebenden glaubten so fest

an die stets tviederkehrende Blüthens und Tidjece Fruchtzeit, daß sie den Wunsch vieler eitlen Ver: liebten, die erste schöne. Blüthenzeit möglichst zu berlängern, nicht hatten.

So, bald der neue Hausstand, zu dem icon mandheg in der Stille vorbereitet worden war, in Ordnung tommen konnte, war auch die Hodzeit die sie wiè att ihre schönen Famitienfeste in trad: ten Streise der Hausgenossen und der treuesten Nachbarn ohne Geräusch feierten und so ganz ge: nossen. Den Tag nach der Hochzeit ward allen Bekannten aus dem Dorfe Zirt ein ländlicher Schmaus und lustiger Tanz auf dem großen Lins denplate vor dem Hause gegeben und es ward des lieblichsten rothen Iyrolers dabei nicht geschont. Der alte Peter Baumbach und seine gute Lise bes schlossen, selbst den Ball, unter allgemeinem Jubel, mit dem Iustigen Großvatertanz.

Kein Jahr war vergangen, so gebahr die bra: be Pepi einen Sohn, der, wie fast alle erstgebore nen Söhne pflegen, der Mutter an Schönheit glic; dem Vater glich er an Stärke und Muns terkeit. Sie hatte man ein schöneres lustigeres Kind gesehn. Kaum ein halbes Jahr alt fiag et an auf der wollenen Dede in des Großvaters Kam. mer herum zu Eriechen; kaum ein Jahr und er wate schelte schon den jungen Enten auf dem grünen Hofe

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