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das Ganze besorgen roll, rich fehr oft mit undeut: lichen Vorstellungen, und zuweilen fogar, mit dun: Feln Gefühlen begnügen müsse.

Aber besser ist besser! Jih will zugeben, daß der Regent die Re: gierungskunft in ihrem ganzen Umfange fennen müsse: aber specielle Sachkenntnisse, welche zum Entschluß, wenn auch fchon bei einer ganzen Gat: tung von Fällen, erforderlich sind, kann er doch durch Berichtserforderungen oder durch das Gutachten der Sachverständigen sich ertheilen lassen. "Wer wird Ž. B. einen Fürften zumuthen, daß er ein großer Chemiker seyn soll, ob gleich bei vielen Regierungsgeschäften chemisde Kenntnisse erforderlich find ?

B. Wer entscheiden soll, muß dod so viel wissen, als nöthig ist, um das Gutachten der Sach: verständigen, nach welchem die Entscheidung er: folgen roll, zu verstehen, und ich sehe nicht ein, warum ein junger Pring nicht eben fo gut die Chemie, als die Heraldic studieren folte? Aber wenn Sie ihn nun schlechterdings von der Erler: nung der Chemie dispensiren mollen, so kann ich schon auch hierin nachgeben, ohne daß ich daruin sugeben darf, daß der Prinz eine von den Wissen: fdjaften entbehren könne, toelche Schlöger zur Staatsgelehrsamkeit rechnet, weil ihm sonst die ttbersicht des Ganzen, woraus die Regierungskunst besteht, mangeln würde.

2. 3 stimme darin mit Ihnen überein, daß Schlózer fich dadurch sehr verdient gemacht habe, , daß er uns den ganzen Umfang der zur Staats: gelahrheit erforderlichen Kenntnisse vorgezeichnet hat. Id gebe zu, daß es dienlidi sen, alle diese Kenntnisse einmal in ihrein ganzen Zusammenhange zu ftudieren: aber ich glaube auch, daß besonders das Staatsrecht auch einmal im Zusammenhange mit den allgemeinen Grundsäßen des Rechts, und also zusaimen mit dem Naturrechte studiert wer: den müsse. Dieß ist um so nothwendiger, da Schlózer uns keinen bestimmten Begriff von dem Worte Recht gibt. Denn so sagt er z. B. In der Metapolitik 5. 6. »Unwiderstehlicher Trieb ist hohes » Recht ac. Sein Trieb zu leben, ohne Schmerz »und behaglich zu leben, bestimint seine beiden Ur: »redte. An eben dieser Stelle behauptet er, daß ursprünglich eine positive Gemeinschaft der Güter vorhanden gewesen sen und daß die Dinge in der Welt ursprünglich nicht Sachen wären, die Nier manden, sondern die Allen gehören.

Qües dieß weiset auf keinen bestimmten Begriff vom Rechte hin und steht auch, wie Sie sehen, in einem zu genauen Znsammenhange mit dem Naturrechte, als daß es ganz von demselben abgerissen werden könnte.

B. Der Zusammenhang, in welchem das Gtaats.

recht mit dem Naturrechte vorgetragen wird, ist jenem mehr nachtheilig, als zuträglich. Wenn die Staatsrechte ihren Unfang nehinen, haben die Men: schenrechte schon aufgehört. Man trenne also auch in der Form, was in der Sache selbst getrennt ist. Es ist freilich Nichts bequemier, als mit einem Paar Ideen, die man aus sich selbst herausgesponnen hat, überall auszulangen. Eben weil man bestimmen will, wie die Welt sein sollte, gibt inan fich nicht die Mühe, sich darum zu befürimern, wie sie wirklich ist. Dieß wollte nun Gdylöger verhindern; er wollte nicht, daß man, sobald man den Hammer aus der Hand legt, glauben sollte, auch im Stande zu seyn, das Staatsruder zu führen, weil doch $azu nur eine leere Hand erforderlich wäre; er wollte verhindern, daß nicht der Advocat glauben folite, er sen ein Staatsgelehrter, weil er eine auf wenig Süße eingeschränkte Metaphysik des Rechtes stu: diert, und große Übung im Schwagen erlangt habe. 2. Schlögers gute Absicht verkenne ich nicht;

; aber, wie es mir scheint, hat er das, was recht, und das, was zuträglich ist, nicht hinlänglich unter: schieden. Was mit Recht geschehn könne, kann man Tehr wohl wissen, ohne darum auch die Ges schidlichkeit zu haben, das, was recht ift, auf eine nüßliche Weise zu. thun.

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ist, sich auch die Geschidlichkeit zutraut, den Staat regieren zu können, so handelt er eben so widers sinnig, als, wenn er degmegen, weil er weiß, wie weit er sein Grundstü& bebauen darf, audy zu wissen glaubte, wie er es bebauen maffe, damit es einträglich werde. Es würde aber auch der Ökonom nicht weniger widersinnig handeln,

er daraus, weil es ihm nachtheilig sey, fremdes Bieh auf seiner Wiese weiden zu lasjen, schließen wollte, daß er dem Tiadybar die Weide: gerechtigkeit nicht berstatten dürfe.

B. Golten Sie nicht Schlögern eine falsche Meinung unterlegen? Eine folthe Verwechslung des Rechtlichen und Nütlichen finde ich bei Schio: zern nicht, ob gleich, wenn vom gemeinen Besten die Rede ist, das Rechtliche und Nügliche einerler senn dürfte. Aber, menn Ihnen Staatsphilosophie nicht ein bloßes Luftmeteor werden soll, fo werden Sie den Menschen in feinen verschiedenen Lagen

kennen müssen, und Geschichte und Antropologie werden die Grundsteine zu Ihrem Gebäude liefern.

A. Ob ich gleid, daran zweifle, daß die Ges schichte, welche mich nur über das, was da ist, nicht aber über das, was da seyn sollte, belehrt, Grundsteine zu einem Gebäude des Staatsrechts liefern könne, fo gebe ich doch zu, daß sie mic den Grund und Boden anweist, auf welchem das Deutschl. 18 St.

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Gebäude stehn oder nicht stehn kann. Aber was hindert mich, die von der Gesihichte und Antro: pologie gelieferten Säge in der Metapolitik zu nußen? - Deßwegen glaube ich, daß es schädlich seyn würde, wenn das Schlozersdje System die Folge haben sollte, daß das Staatsrent gar nicht mehr im Zusammenhange mit dem Naturrechte vorgetragen würde: ich glaube aber auch, daß es dienlich wäre, das Staatsrecht noch einmal im Zusammenhange mit den übrigen zur Staatsge. lahrtheit gehörigen Wissenschaften zu studieren.

B. Sie glauben also, daß das Studium der Staatsgesahrtheit überhaupt und des Staatsrechts insbesondere von großer Wichtigkeit fer, und daß es besonders auf Universitäten getrieben werden müsse?

2. Davon bin ich ro fehr überzeugt, daß ich keinen zu einem Staatsamte lassen würde, wel: cher nicht auch in dieser Wissenschaft wäre geprüft worden.

B. Hierin kann ich doch mit Ihnen nicht ganz übereinstimmen. Man würde dadurch lauter Raisonneurs bilden, die, anstatt zu thun, was ihres Amtes ist, die Regierung überall meistern tolten. Ich würde dieses Studium nur denen fordern, welche künftig, in wichtigen Äme tern dem Staate zu dienen, bestimmt wären.

bon

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