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die Hande arbeiten, so ist gerade die Form der Erzählung und Schilderung, in welcher sich die historische Darstellung bewegt, bei selbst nur einigermassen geschickter Behandlung am besten geeignet, das Sprachgefühl der Schüler zu wecken und auszubilden. Wenn ausserdem der Stoff ein wichtiger und interessanter und der Schriftsteller von hervorragender Bedeutung und Mustergültigkeit in Bezug auf Sprache und Darstellungsweise ist, so muss die Wahl gewiss als eine glückliche bezeichnet werden. Solches ist in hohem Masse der Fall mit dem uns vorliegenden IX. Bündchen der Rengerschen Schulbibliothek, in welchem uns aus W. Scotts „Tales of a Grandfather“ die Geschichte Frankreichs während der ereignisvollen und wichtigen Jahre von 1328-1380 (Edwards III. Kämpfe mit Frankreich) für den Schulgebrauch dargereicht wird. Es ist diese Wahl auch noch besonders deshalb zu begrüssen, da dem Schüler die markige und doch elegante und anziehende Prosa W. Scotts nicht unbekannt bleiben darf, und auf der anderen Seite sich dessen Erzäblungen schon wegen ihrer Ausdehnung nicht gut zur Schullektüre eignen.

Dem Bändchen sind eine biographische Einleitung über den Verfasser nebst einer bistorischen beigegeben, welche den Schüler sofort „in medias res“ einführt. Die Anmerkungen am Schlusse beschränken sich auf das rein Sachliche, und nur gelegentlich finden sich sprachliche Erklärungen am Fusse der Seiten. Wertvolle Beigaben sind ferner zwei Stammtafeln, ein Plan der Schlacht von Cressy, eine Zeittafel und eine Karte von Frankreich unter den ersten Valois.

Wir zweifeln nicht, dass das Büchlein viele Verwendung finden wird und können es nur aufs wärmste empfehlen. Baden-Baden.

Prof. Dr. Bierbaum.

Zusammenhängende Stücke zum Übersetzen ins Englische. Von

Dr. F. J. Wershoven. Trier, Fr. Lintz, 1885.

Der durch eine grosse Anzahl sehr tüchtiger Schulbücher für den neusprachlichen Unterricht vorteilhaft bekannte Verfasser bietet in dem vorgenannten Buche eine Sammlung zusammenhängender Stücke, in denen die im Vorworte angedeuteten, durchaus billigenswerten Grundsätze praktisch durchgeführt werden. Das Ganze gliedert sich in drei Abschnitte. Der erste (Formenlehre und einige wichtige Regeln der Syntax) enthält 13 Nummern; der zweite (Syntax) 27 Nummern; der dritte 14 Nummern. Die Disposition macht den Eindruck des durchaus Planmässigen, Wohldurchdachten, nicht nur in Bezug auf die behandelten grammatischen Materien, sondern auch in Bezug auf das Fortschreiten vom Leichteren zum Schwereren im Stil. Der erste Abschnitt wird sich bereits während des Elementarkursus, der sich vorzugsweise mit der Formenlehre befasst, sehr gut verwenden lassen. Gerade auf der Unterstufe ist die Beschaffung zweckmässiger zusammenhängender Übungsstoffe mit sehr erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Hier liegen sie zur Benutzung bequem bereit. Gern wird man auch in den oberen Klassen der zeitraubenden Mühe des Diktierens überhoben sein; und wenn man diese nicht scheut, bleibt jedenfalls noch das Bedürfnis passender Texte für die mündlichen Übungen bestehen, zu denen, nach des Referenten unmassgeblicber Meinung; deutsche Originaltexte absolut unbrauchbar sind. Doch es erübrigt sich vielleicht, die Unentbelirlichkeit von Übersetzungsbüchern dieser Art nachzuweisen; Jie grosse Menge derartiger Hilfsmittel beweist, dass dieses Bedürfnis ziemlich allgemein gefühlt wird.

Der Inhalt der Stücke ist erzählenden, beschreibenden und vorwiegend bistorischen Charakters, und mit Recht treten englische Verhältnisse, Persönlichkeiten und Ereignisse in den Vordergrund. Den meisten Lehrern wird es angenehm sein, vielen bekannten Sachen zu begegnen, die mehr oder weniger abgekürzt und vereinfacht, dem didaktischen Zwecke in äusserst geschickter Weise angepasst sind. Ohne dem deutschen Ausdruck Gewalt anzuthun, sind sie durchweg so gehalten, dass der Lehrer mit Hilfe der eingestreuten Notizen, des Vokabelverzeichnisses und der leicht zuganglichen Originale ohne Zweifel eine ganz korrekte Übersetzung wird herstellen können. so dass selbst die vom Verfasser in Aussicht gestellte Herausgabe einer Übersetzung nicht unbedingt nötig sein dürfte. Da jedoch „Schlüssel“ allgemein üblich und fast zu einer Existenzbedingung neusprachlicher Übungshücher geworden sind, so ist Referent weit entfernt, dem Verfasser dieses Vorhaben zu widerraten. In solchen Dingen kann man nur dann gegen den Strom schwimmen, wenn man auf einen erheblichen äusseren Erfolg von vornherein verzichtet was keinem päilagogischen Schriftsteller zuzumuten ist. Um so anerkennenswerter ist es, dass der Verfasser seine Texte so eingerichtet hat, dass sie auch ohne „Schlüssel" brauchbar sind. Ein Ühungsbuch, dus fiir den Lehrer nur durch einen „Schlüssel" verwendbar wird, ist für den Schüler unbrauchbar, da es an ihn zu grosse Anforderungen stellt. Diesen so häufig gemachten Fehler hat der Verfasser sorgfältig vermieden. Er sagt im Vorwort ausdrücklich, dass er den Schüler nicht durch Haufung von Schwierigkeiten entmutigen" wolle, und die strenge Durchführung dieses gesunden Grunisatzes muss als einer der grössten Vorzüge des Buches bezeichnet werden.

Die äussere Ausstattung ist sehr gefällig, der Druck von lobenswerter Korrektheit, der Preis sehr mässig.

Falls, wie zu erwarten, eine zweite Auflage nötig wird, dürfte es sich empfehlen, stellenweise eine kleine orthoëpische Bezeichnung beizufügen; z. B. bei executive einen Accent oder ein Häkchen auf das zweite e (exécutive oder exécutiv), bei legislative auf das erste e (législative oder législative), bei refugee auf ee (refugee). Schon dies möchte in den meisten Fällen genügen. Noch besser freilich wäre es, der Verfasser führte die Aussprachebezeichnung in der Weise durch, wie er es in seinem englischen Lesebuche gethan hat. Referent ist der Meinung, dass jede Gelegenheit benutzt werden muss, um dem Schüler jede etwa verbleibende Unsicherheit in der Beurteilung der Aussprache zu nebmen. Die Zahl der Schüler, die sich die nötige orthoëpische Belehrung jedesmal aus ihrem Wörterbuche verschaffen, wird immer nur verschwindend klein sein. Orthoëpische Gewissenhaftigkeit und Selbständigkeit, die auf der Höhe ibrer Aufgabe steht, ist nicht jedermanns Sache. Eine je schwerere Aufgabe die englische Orthoëpie an Lehrer und Schüler stellt, desto dankbarer müssen beide für jede auch nur gelegentliche Förderung auf diesem Gebiete sein.

Obwohl es durchaus nicht die Aufgabe einer Sammlung von Übungsstücken zum Übersetzen in das Englische ist, alle Stilgattungen vorzuführen, so dürfte die Aufnahme einiger Briefe doch gewiss von manchem gern gesehen werden. Die beiden in dem Stücke „der Knabe ohne Genie“ (S. 11) vorkommenden Briefe können als besonders glückliche Proben des wirklichen Briefstils wohl kaum gelten.

Dialogisches findet sich in einigen Stücken vertreten. Daneben liesse die für die Schulpraxis so wichtige Übung der didaktischen Frageform im Anschluss an einige der dazu besonders geeigneten Stücke leicht eine recht dankenswerte Erweiterung zu. Recht gute Muster dafür finden sich in vielen englischen Schulbüchern, z. B. den hübschen Miscellaneous Questions und den Historical Questions von Chambers. Sebr viele englische Schulbücher, und zwar keineswegs bloss solche elementarer Art, sind mit vortrefflichen Fragesammlungen ausgestattet, die eine grössere Ausbeutung in unseren Lese- und Übungsbüchern verdienen, als sie zu finden scheinen. Herr Dr. Wershoven hat einige der Stücke seines englischen Lesebuches mit solchen Fragen versehen; es würde sich gewiss empfehlen, auch das Exercitienbuch damit auszustatten. Die Bildung rein analytischer Fragen, d. h. solcher, auf die bloss mit einem bestimmten Satzteil geantwortet wird, macht freilich keine besonderen Schwierigkeiten. Doch auch deren Einübung ist nicht zu umgehen, da sie in der gewöhnlichen Schulkonversation naturgemäss den Grundstock bilden müssen. Aber eine Fragensampılung dürfte sich auf solche nicht beschränken. Es müssten auch solche eingestreut werden, deren Beantwortung eine etwas selbständigere, ausführlichere Gedankenbildung erfordert. Damit wäre dein Schüler zugleich Veranlassang zu elementaren Versuchen in der selbständigen Anwendung der Sprache gegeben. Äbnliche Übungen lassen sich natürlich auch bei der Lektüre anstellen; aber schriftliche Versuche dieser Art behalten aus nabeliegenden Gründen ihren besonderen Wert.

Wie bereits erwähnt, ist der Druck sehr korrekt; das geringfügige typographische Versehen South-America, North America (statt South America, North America) ist wohl auf Conto des Setzers zu bringen, da andere Eigennamen (New World, Great Britain, the West Indies u. s. w.) richtig (ohne hyphen) figurieren.

Wenn Ref. angedeutet hat, was nach seiner unmassgeblichen Meinung die Brauchbarkeit des Buches erhöhen könnte, so vermindert dieses noch Fehlende den Wert des bereits Gegebenen nicht im mindesten. Schliesslich sej noch bemerkt, dass Regeln oder Verweisungen auf bestimmte Lehrbücher gänzlich vermieden sind; das Buch eignet sich also aus diesem Grun'le zur Benutzung neben jeder beliebigen Grammatik. Breslau.

W. Bertram.

A. Stange, Auswahl französischer und englischer Gedichte zum

Gebrauch an Realschulen. Minden, Bruns, 1884. S4 S.
Preis 1 Mk. kartoniert.

Ein Parallelstück zu der in dieser Zeitschrift besprochenen hübschen Auswahl von Strien. Beide Büchlein werden Nutzen stiften und bereit willig eingeführt werden, da eine ausschliesslich lyrische Anthologie für höhere Schulen wirkliches Bedürfnis ist. "Abgesehen von der schönen Ausstattung

diese wird endlich auch bei deutschen Schulbüchern Mode ist die von Stange zusammengestellte Blumenlese von 40 französischen Gedichten wirklich geschmackvoll. Für die untere Stufe hat La Fontaine den Löwenanteil (9 Stücke gegen 3 von Béranger und 3 von anderen); in der mittleren (Nr. 16-30) finden wir 6 Lieder von Béranger, 2 Fabeln von La Fontaine und 7 sonstige Gedichte, zum Teil zum erstenmal in Deutschland gedruckt, wogegen von den 10 Stücken für die Oberstufe die Hälfte aus Victor Hugo stammt. Die Übersetzungspoesie ist mit zwei Musterpiecen vertreten, der bekannten Nachdichtung von „Ich hatt' einen Kameraden“ durch einen unbekannten Dichter uud dem Mignonliede von X. Marmier. Von dem letzteren scheint mir die von Heller (Gallia 1, 277) wieder aus. gegrabene Al. Dumas' weit besser. Auch bätte für die zwei schwachen Gedichte der sonst rühmlichst bekannten Louise Ackermann sich gewiss passenderer Ersatz finden lassen; endlich könnte die Fabel la Laitière et le Pot au Lait bei adieu, vache, cochon, couvée auf bören.

Druckfehler finden sich, abgesehen von zwei Interpunktionsversehen S. 6, Anm. 1 und S. 7, Z. 6 v. u., nur drei: S. 13, 2. 8 v. 1. épanonie, S. 19, Z. 16 v. u. là, S. 39, Z. 8 v. u. butteur st. lutteur. Letzteren Febler hat der Herausgeber offenbar in seiner französischen Ausgabe gefunden, da er in einer Anmerkung erklärt: „Henker“, ein Wort, das nur im Argot vorkommt (cf. Villatte). Dass aber manche französische Ausgaben wenig

zuverlässig sind, beweist z. B. die Hachette-Ausgabe von Victor Hugo, wo unter anderen Schnitzern und abgesehen vom schlechten Druck in dem einzigen Gedichte Nr. 39 der Chants du Crépuscule zwei gröbliche Versehen vorkommen: V. 3 que suivent quatre enfants dont le premier chancelle (st. dernier) und V. 48 si nous chantons (st. chancelons).

Der englische Teil scheint dem französischen zu entsprechen und beriicksichtigt auch etliche sonst in Schulen weniger gelesene Poeten. Wozu die paar Anmerkungen eigentlich dienen sollen und weshalb nur über die bekanntesten Dichter im Anhang Notizen gegeben sind, ist Ref. nicht recht klar. Konsequenz ist besonders in Schulausgaben erforderlich.

Diese Ausstellungen sind aber so geringfügig, dass sie den Wert des Buches nicht zu schmälern vermögen. Es sei daher der Berücksichtigung empfohlen.. Baden-Baden.

Joseph Sarrazin.

Zur Abwehr.

Herr Dr. Franz Lütgenau hat in Bd. LXXII, S. 415 dieser Zeitschrift in seiner Abhandlung „Zur englischen Synonymik“, in welcher sieben Gruppen behandelt sind, einzelne Ausstellungen über meine, in diesen Blättern zwei. mal besprochene Synonymik (Bd. LXV, S. 110; Bd. LXX, S. 88) gemacht, welche mich veranlassen, einiges zu erwidern.

„Die deutschen Verfasser synonymischer Lehr- oder Hilfsbücher des Englischen (Dreser, Klöpper, Meurer) haben überhaupt keine selbständigen Studien über englische Synonymik getrieben, sondern bloss die Ergebnisse der englischen Forschung (wenn man es Forschung nennen kann) in deutscher Sprache dargestellt.“ Auf diese Bemerkung erwidere ich mit einer Stelle aus Kölbings Engl. Studien Bd. p. 178: „Den schwierigsten Teil eines solchen Werkes werden unstreitig immer die Definitionen bilden. Erfordert schon die Zusammenstellung der Gruppen grosse Kenntnisse und Umsicht, so sträubt sich die Begriffsentwickelung der einzelnen Synonyma oft gegen jeden Versuch einer fasslichen, durchsichtigen Darstellung. Um so verdienstlicher ist die Selbständigkeit, mit welcher Dreser dieser Aufgabe zu Leibe geht: Die Auswahl der Gruppen wird stets von individuellen Gesichtspunkten bestimmt werden; aber bei den Definitionen ist die Kontrole leicht, leichter noch der Tadel und die Kritik überhaupt. Ich erkenne rundweg an, dass ich das vorliegende Werk gerade wegen des Versuches, möglichst unabhängig von anderen zu definieren und zusammenzustellen, für eine wissenschaftlich bedeutende Leistung balte.“

In der sehr kurz gefassten Vorrede der grösseren Ausgabe habe ich nichts von meinem „möglichst unabhängigen Vorgehen gesprochen, da ich es als selbstredend voraussetzte, dass ein gründlicher Arbeiter kaum anders verfahren würde, zweitens mir auch sagte: der wirkliche Kenner wird es schon selbst herausfinden.

An dieser Stelle gestehe ich übrigens offen, dass ich anfangs, freilich nur kurze Zeit, alle Hilfsmittel beiseite legte und nur nach den von mir gesammelten Beispielen neuerer Autoren definierte. Zweierlei war die Entdeckung, die ich dabei machte: 1) dass ich zweimal so viel Zeit nötig gehabt hätte, welches dem Verleger nicht entsprach und in der That nicht entsprechen konnte; 2) dass die englischen Synonymiker sehr oft recht wertvolles Material in ihren Forschungen geliefert.

Auf S. 420 bebauptet Herr Lütgenau in Parenthese: „Dresers Beispiele passen freilich grösstenteils nicht zu seinen Erklärungen.“ Ich ersuche

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Herrn Lütgenau, den Beweis für seine Aufstellung zu liefern, weiter nichts. Die Leser des Archivs bitte ich, den Kausalkonnex der Lütgenauschen Behauptung mit dem Vorhergehenden herauszufinden.

In meiner Vorrede, die Herr Lütgenau nicht gelesen zu haben scheint, trotz ihrer Kürze, habe ich ausdrücklich bemerkt, dass die Belegstellen, die ziemlich reichhaltig vertreten sind, entweder mit den Definitionen kongruieren oder. wie Storm in seiner englischen Philologie treffend sagt: „dass die Definitionen daraus erwachsen.“

Was die „wesentlich anderen Resultate“ anlangt, zu denen Herr Lütgenau gekommen, so bitte ich dringend die Herren Kollegen, welche im Besitze englischer Synonymiken (auch der meinen) sind, doch einen Vergleich anstellen zu wollen zwischen den sieben Gruppen des Herrn Lütgenau und den korrespondierenden anderer Werke. Auch wird es interessant sein, den von Lütgenau aus Macaulay zuletzt angeführten Satz, der als Belegstelle zu „to search“ dienen soll, einmal scharf und gründlich zu analysieren, um zu sehen, welche Bedeutung das darin vorkommende „searching“ hat. Vergebens sucht man indes nach dem „wesentlich anderen Resultat in dieser Gruppe: Herr Lütgenau hat etwas Eigenes gar nicht darin gegeben; höchstens kann man den Satz: „durchsuche dieses Zimmer nach meinen Handschuhen“ bahnbrechend finden. Speyer.

Dr. W. Dreser.

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