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Periode, resp. in den Beginn der zweiten, d. h. in die Jahre 1595 oder 1596.

n) Mit diesem Datum in Übereinstimmung sind auch gewisse Ähnlichkeiten der Charakterzeichnung, die sich zwischen As und anderen etwa gleichzeitigen Dramen finden.

Rosalind hat in der ausgiebigen Entfaltung ihres Witzes, besonders auf dem Gebiete verliebter Neckerei, offenbare Verwandtschaft mit Rosaline -- ob die Ähnlichkeit des Namens nicht auch eine symbolische Bedeutung hat? und Beatrice. In ihrem eigentlichen Wesen aber, in dem tiefen Gemüt, das sich unter ihrer heiteren Aussenseite verbirgt, in der Uomittelbarkeit und Stärke ihres Gefühls, in der Besonnenheit, mit der sie ihre Leidenschaft dennoch zu beherrschen versteht, in der Energie und dem praktischen Sinn, die sie in bedenklichen Lebenslagen bewährt, steht sie dein höchsten Bilde des Weibes, das Shaks pere und die Poesie überhaupt zu schaffen vermocht hat, näher. Ich möchte Rosalind die Knospe zu der Blüte Portia nennen. (Vergl. 82.)

o) Wie die Übereinstimmungen mit den Eifersuchts-Sonetten (62–66) zeigen, hat Shakspere in dem Liebesverhältnis zwischen Silvius und Phebe ein schattenhaftes Abbild seines eigenen gezeichnet. Nicht bloss die Gesinnung Phebes ihrem Liebhaber gegenüber, sondern selbst ihr Äusseres ist dasselbe wie das in den Sonetten 127 und 132 geschilderte der „dark lady: sie hat „inky brows“, „black silk hair“, „bugle eyeballs“ (III, 5, 46). Was indessen in der Liebesgeschichte von Troil. Hauptgegenstand der Darstellung ist, tritt hier als Episode auf. Und dass jede pathologische Nachwirkung der eigenen Erfahrungen auf den Dichter verschwunden ist, dass er ihnen so gleichmütig wie einer historischen Thatsache gegenübersteht, scheinen die Worte uns zu sagen, mit denen Rosalind Silvius die Thorheit seiner Liebe begreiflich macht:

You foolish shepherd, wherefore do you follow her,
Like foggy south puffing with wind and rain ?
You are a thousand times a properer man
Than she a woman:
'Tis not her glass, but you, that flatter her.

III, 5, 49.

p) Auf die Ähnlichkeit der Figur des „melancholischen“ Jaques mit Hamlet ist wiederholt hingewiesen worden: mit seiner düsteren Lebensanschauung, seiner Neigung zu philosophischer Betrachtung der Dinge scheint er eine Vorstudie zu Hamlet zu sein.

Diese Erwägungen sprechen ebenfalls für eine Stellung des Stückes zwischen Troil. (Liebesgeschichte) einerseits und Merch. und Haml, andererseits.

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Sitzungen der Berliner Gesellschaft

für das Studium der neueren Sprachen.

Sitzung vom 9. September 1884.
Der Vorsitzende gedenkt in warmen Worten des verstorbenen Pro-
fessors Dr. Püschel, zu dessen Ehren sich die Versammlung von den
Sitzen erhebt.

Herr Schmidt bespricht seinen Plan einer englischen Synonymik. Er beabsichtigt in dem Buche, das etwa den doppelten Umfang des Dreserschen haben soll, die Synonyma in grösseren Gruppen zu besprechen, als dies gewöhnlich geschieht, und zwar in alphabetischer Reihenfolge der deutschen Ausdrücke. Nicht sollen die sogenannten Stümpersynonyma, wohl aber die bei Dreser fehlenden Concreta berücksichtigt werden. Die Etymologie der Wörter wird nur da gegeben werden, wo sie den jetzigen Sprachgebrauch zu präcisieren dienlich ist.

Herr Zu pitza bespricht die Etymologie von loose, dessen me. Formen mit ou und au, sowie das stimmlose s des Ne. nur durch die Annahme, dass es dem Skandinavischen (laus) entlehnt ist, sich erklären.

Derselbe spricht über einen Gebrauch des Konditionalis im Englischen, den man als den eines Futurum Præteriti bezeichnen kann und der sich auch im Französischen findet.

Sitzung vom 14. Oktober 1884. Herr Vatke hält einen Vortrag über Geld und Geldverhältnisse in Shakespeares England.

Herr Biltz spricht über das Wort und den Begriff „Posse“. Er leitet das Wort her von den an den Brunnen angebrachten komischen Figuren. In der Bedeutung „Komödies braucht es Gottsched zuerst, dem die Posse schon als eine gemeine Art des Dramas gilt. Wir pflegen als ihre Kennzeichen anzusehen, dass sie in Übertreibungen verfällt und an das Gemeine rübrt. Sie führt uns Personen vor, die

sich in übler Lage befinden, die jedoch nicht so schlimm ist, dass wir sie bemitleideten. Wenn Goethe meint, der Humor sei das Zeichen sinkender Epochen, so giebt uns das für unsere Zeit zu denken.

Herr Bourgeois redet eingehend über Charles Nodier, indem er besonders die Jugendjahre desselben bis zu seinem ersten öffentlichen Auftreten behandelt.

Sitzung vom 28. Oktober 1884. Herr Zupitza redet über die Etymologie von ne. merry. Der Umstand, dass nach dem Ae. * murgja oder * murgi als Stamm anzusetzen ist, lässt die ziemlich allgemein angenommene Entlehnung aus celtischem mear falsch erscheinen. Die Verschiedenheit der Bedeutung hindert nicht, es mit got. gamaurgjan, aurréuvelv, zohoßoùv und ahd. murg, kurz, zusammenzustellen. Es ist 1) kurz, 2) kurzweilig, 3) erfreulich, lustig. Ein ähnlicher Übergang der Bedeutung findet sich in an. skemtan von skammr; auch braucht Shakespeare abridgment in der Bedeutung „Kurzweil“.

Herr Michaelis bespricht die auf die Aussprache bezüglichen Stellen in Otfrid ad Liutbertum, indem er sie vom lautphysiologischen Standpunkte aus betrachtet.

Herr Hausknecht zeigt die neueste von John Koch besorgte Auflage der englischen Grammatik von Fölsing an, die besonders in der jetzt auf die Lautphysiologie basierten Aussprache geändert ist, oline dass jedoch das System genau durchdacht und für den Schulgebrauch geschickt dargestellt wäre. Die Aussprachebezeichnung ist in vielen Fällen irreleitend und in einzelnen sogar geradezu unrichtig oder wenigstens nicht mustergültig. Im Anschluss daran erklärt Herr Zupitza, dass er, wie Herr Dr. Koch in der Vorrede erwähnt, allerdings das Manuskript gesehen, aber einmal nicht die erforderliche Zeit gehabt hätte, um jede Einzelheit zu erwägen, und andererseits es natürlich Herrn Koch überlassen musste, wie weit dieser Ausstellungen als berechtigt anerkennen wollte, so dass er nicht in der Lage sei, irgend welche Verantwortung für irgend etwas in dem Buche zu iibernehmen.

Sitzung vom 11. November 1884. Herr Bischoff berichtet über den neuesten Band der altfranzö. sischen Bibliothek von W. Förster, der die Orthograpbia Gallica, den ältesten Traktat iiber französische Aussprache und Orthographie, enthält. Die Ausgabe ist nach jeder Richtung hin lobenswert.

Herr Vatke kündigt sein demnächst erscheinendes Buch über Realien der Zeit Shakespeares an und geht des näheren auf die von ihm benutzten Quellen ein.

Herr Wetzel bespricht die französischen Elementarbücher von

Breymann. In dem bisher erschienenen ersten Teile der Grammatik sind mit wenigen Ausnahmen nur die Hauptregeln gegeben. Das Übungsbuch bringt nach dem Grundsatze, dass die Lektüre in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen ist, sehr früh zusammenhängende französische Stücke, die jedoch nur zu häufig erkennen lassen, dass sie lediglich für die Einübung einer grammatischen Regel bestimmt sind (z. B. les métaux). Unter den Vokabeln finden sich sehr viele seltene und schwierige, die aus dem ersten Jahreskursus fernzuhalten sind. Nen war dem Ref. die Ableitung des Impératif aus der 1. Pers. Sing. des Présent.

Herr Tobler spricht über eine · Attraktion im Altfranzösischen, für die Mätzner nur Beispiele giebt, die als Anakoluth anzusehen sind. Das Substantiv wird dabei durch das Relativum nicht nur so beeinflusst, dass statt des Nominativs der Accusativ steht, sondern auch umgekehrt. Dieselbe Art der Attraktion findet sich auch im Italienischen und Spanischen, ohne indes von den Grammatikern erwähnt zu werden.

Herr Werner bespricht En Allemagne von Narjoun, ein oberflächliches Werk, das nur zu dem Zwecke, Deutschland zu tadeln, geschrieben zu sein scheint.

Sitzung vom 25. November 1885. Herr Hoffory berichtet über den fünften Band von Müllenhoffs Altertumskunde. Der erste Teil beschäftigt sich zunächst mit der Voluspa, die nach einer kritischen Übersicht über Inhalt, Alter und Entstehung derselben als das wohlgegliederte Werk eines Dichters dargestellt und dem Ende des achten Jahrhunderts zuerteilt wird. Mit vernichtender, zuweilen fast zu schroffer, im ganzen aber wohlverdienter Kritik weist der Verfasser die Ansichten Bangs und Bugges zurück. Es folgt eine kritische Ausgabe der Voluspa mit eingehendem kritischem Apparat und Kommentar, die durch Entfernung der späteren Interpolationen die planvolle Einheit des Gedichtes herstellt. Daran schliesst sich eine kritische Untersuchung über die jüngere Edda, in der nachgewiesen wird, dass sich das Original des Codex Upsaliensis in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Besitz eines Neffen des Snorri Sturluson befunden haben muss, also Snorris Handexemplar gewesen sein wird, in dem jedoch die ursprüngliche Reihenfolge zerstört ist. Der zweite Teil handelt zuerst von der älteren Edda, die der Verfasser als eine um 1250 abgeschlossene Vereinigung verschiedener Liederbücher ansieht. Den Schluss bildet eine Analyse der Håvamål mit Unterscheidung der einzelnen Teile dieses Liederbuches, das dem Ende des neunten Jahrhunderts zugewiesen wird. Als Probe giebt der Redner aus dem Werke, das einen Wendepunkt für die Geschichte der nordischen Philologie bezeichnet, einen Überblick über die Voluspa.

Herr Z u pitza giebt Proben aus einer von ihm in Oxford einArchiv f. n. Sprachen. LXXIII.

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