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122 Sainz Alexis est el ciel senz dotance,

Ensemble od Deu en la compaigne as angeles,
Od la pulcele dont se fist si estranges ;
Or l'ad od sei, ensemble sont lor anemes:

Ne vos sai dire com lor ledice est grande.
123 Com bone peine, Deus, e si bon servise

Fist cel saint hom en ceste mortel vide!
Quer or est s'aneme de glorie replenide:
Ço at que s'volt, n'en est nient à dire:

Ensorquetot e si veit Deu medisme.
124 Las, malfedut, com esmes encombret!

Quer ço redons que toit somes desvet:
De nos pechiez somes si avoglet
La dreite vide nos font tresoblider:

Par cest saint home doussons ralumer.
125 Aions, seinors, cel saint home en memorie,

Si li preions que de toz mals nos tolget :
En icest siecle nos achat pais e goie,
Et en cel altre la plus durable glorie
En ipse verbe. Si'n dimes Pater noster.

Amen!

Humilites et franchise,
Doncors, deboneretes
Est bien alee et remise,
Et orgues et cruetes
Est repris et rancines

Et amours ni ont emprise.
Ferner Chanson de Geste Fierebras v. 17:
Mult par est puis (nach den Zeiten des Charlemagne)

le siecles empiriés et mués :
Se li peres est maus, li fix vaut pis assés,
Et du tout en tout est li siecles redontés,
Ke il n'i a un seul, tant soit espoentés,
Ki tiegne vraiement ne foi ne loiautés.

N'en dirai vre plus, s'arai avant alé. Str. 7: Der junge Alexis lernt in der Schule die Wissenschaften, um dann, etwa als Page, dem Kaiser zu dienen. Die Redaktion des 12. Jabrh. lässt diese Worte unverändert; in derjenigen des 13. Jahrh. aber heisst es v. 56:

Puis si le fisent a l'escole mener,
Et l'escriture enseignier et mostrer.
En poi de tens sot bien lire et canter,
Et en latin mout sagement parler,
Et une loi gentement visiter.

Im 14. Jahrh, endlich, Str. 7:

Et quant l'enfez fu tel qu'il savoit bien parler,

Pour apprendre le tirent a l'escole mener.
8. L'enfant que Jhesu Crist ama parfaitement

A hire et a chanter aprist asez brement,
E si sceut en latin dire tout son talent;

En lois est en decrez s'entendoit fermement.
9. Adonc le fist son pere de l'escole partir;

En guize d'escuier le convint lors vestir;
A la court l'empereur de Romme ala servir :

L'enfant servi le roy du tout a son plezir.
Str. 8: Eufemius kauft seinem Sohne ein Weib. Es ist hiermit, wie
Gaston Paris bemerkt, die Sitte der merowingischen Zeit vom Dichter in
die altchristliche des Alexis übertragen worden.

Str. 30: Ore vivrai en guise de fortrele. Liebende, verlassene Liebende und Verlassene überhaupt vergleichen sich in der altfranzösischen Dichtung gern mit der Turteltaube. Vergl. Mä Altfrz. Lieder p. 96, Chanson du Châtelain de Coucy (?):

S'onques nus hom por dure departie
Ot cuer dolant, je l'aurai par raison :
Onques tuertre qui pert son compaignon

Ne fut un jour de moi plus esbabie. Ferner bei Bartsch, Altfrz. Chrestom.: Fragment d'un poëme devot (XIIe siècle) En nostre terre no set eusel canter sainz la torterelet chi amet casteed por mon ami.

Vergl. auch die alte englische Redaktion des Alexis-Liedes in Herrigs Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Litteraturen Ba. VI (1876), S. 391 folgende ,Zwei Alexislieder, herausgegeben von Dr. C. Horstmann“, v. 121:

Nou is alix dwelled thore:
his fader atom siketh wel sore
and seith allas allas.
his Moder wepeth niht and day
and seith allas and weilawey
that evere heo iboren was.
his. wyf wepeth and maketh hir mone,
and seith that heo schal liuen al one
as turtul on the treo,
Euermore wt outen Make,
doye and blisse heo wole forsake,

til heo hire spouse iseo. (Nach Dr. Horstmann sind die beiden englischen Mss. des Alexisliedes im Anfange des 15. Jahrlı. geschrieben.)

Dickens und seine Hauptwerke.

Eine kritische Studie.

I.

Man pflegt die Seelenthätigkeit eines Menschen in ein Erkenntnis-, Gefühls- und Willensvermögen zu zerlegen. Auch dem Kritiker kann es nicht gleichgültig sein, ob der Verstand oder das Gemüt oder aber die Willenskraft bei einem Schriftsteller vorherrschend ist. Hat ein Autor viel Kopf und wenig Herz, so wird die pessimistische Ironie in seinen Schriften vorwiegen; spricht sein Herz zu laut, so wird sich Pathos und Humor in seinen Werken abspiegeln. Allerdings wird sein pathetischer Humor auch die Satire wachrufen, die, wie Taine ganz richtig bemerkt, die Kehrseite der Elegie ist, da diese für den Unterdrückten plaidiert, während jene dessen Bedränger lächerlich macht. Während jedoch in der Satire des Verstandesmenschen der Ernst über den Scherz vorwiegt, wird bei dem gemütvollen Satiriker der Scherz über den Ernst triumphieren, als derb-grotesker Humor leicht zur Karikatur ausarten und sich nur selten zur Höhe der reinen Ironie erheben.

Wenn wir die humoristische Beanlagung verschiedener Nationen vergleichen, so fällt uns bald auf, dass die französische Litteratur schon seit mehreren Jahrhunderten, man könnte sagen, eeit Rabelais, keinen bedeutenden Humoristen hervorgebracht bat; wir müssten denn Marivaux und den allerdings germanisch beanlagten Genfer Novellisten Töpfer ausnehmen. Die meisten von ibnen zeigen nur Spuren von Humor, der jedoch nur zu bald zum komischen Humor, ja zur reinen Komik wird, indem

die , vom Gemüt ausgehende humoristische Grundstimmung zu schnell an das bei den Franzosen 50 vorherrschende ernste Gebiet des Verstandes und des Willens streift. Das über die Beanlagung eines Schriftstellers Gesagte dürfte aus nebenstehender Tabelle noch übersichtlicher werden, und werde ich auf dieselbe in den folgenden Kapiteln noch öfter zurückkommen.

Ehe wir uns mit unserem Schriftsteller speciell beschäftigen, drängt sich uns noch die allgemeine Frage auf, welche Art Menschen wohl, am meisten dem Humor zugänglich sind, und wir finden bald heraus, dass weder ein zu oberflächlicher (Holtey), noch ein zu tiefgehender Schriftsteller (Macchiavelli) humoristisch wirken könne, und dass in der Mitte der beiden Extreme die humoristische Ader zu suchen ist. Der Humorist darf also nicht mit seinem Gegenstand tändeln, noch darf er sich in denselben einzubohren suchen; wohl soll er in denselben eindringen, die Mühe muss seine Kräfte jedoch nicht dergestalt absorbieren, dass von ihm, dem Schriftsteller, nichts mehr zu sehen ist.

Was die Satire betrifft, so drängt sich uns eine ähnliche Wahrnehmung auf, und dumm gemütliche, oberflächliche Menschen werden ebenso wenig satirisch wirken als doktrinäre Autoren.

In Übereinstimmung mit Taine und Forster lässt sich Humor als die unserem Schriftsteller eigentümliche Beanlagung bezeichnen; Lewes dagegen hat unrecht, wenn er ihm nur Scherz (fun) zuspricht. (In unserer Tabelle haben wir diese Beanlagung als upechten Humor bezeichnet und Holtey als Beispiel angeführt.) lin Gegenteil, Dickens' Humor ist so vielseitig, dass derselbe bald als pathetischer, bald, und zwar in der Hauptsache als derb-realistischer und phantastisch-grotesker, wohl auch als komischer, selten als sentimentaler Humor auftritt, und dies ist ein Reichtum von Nüancierungen, in dem Boz nur

von Shakespeare, dem König des echten Humors, übertroffen wird. Was die Satire anbetrifft, so steht unser Autor, seiner Beanlagung gemäss, tief unter Cervantes und Swift, die mit der grössten Gleichgültigkeit, ja mit der Miene der Bewunderung die Thorheiten ihrer Mitmenschen erzählen, ja preisen konnten; noch kann es Dickens zu dem naiven Ton

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Humor (Shakespeare, Dickens).

Phantastisch-grotesker

Humor. Rabelais, Dickens, Shakespeare, die Karikaturisten

(Punch).

Karikatur auf der Bühne :

Posse.

Willen und Versta n d.

Milde Ironie. (Cervantes, Ariost.)

Pessimistischer Humor.

(Tbackeray.)

Tragödie in Nicomède (Schiller: Kamit tendenziö. Drama und

Schauspiel.
sem Anfluge. | tendenziöses (Beaumarchais
Tendenziöses

Pessimistische Ironie. (Heine, Byron, Swift.)

Milde Jronie auf

der Bühne.

Pathetische Satire mit pessimistischem An

fluge.

1650.)
(Corneille

hale u. Liebe.)

im Figaro )

Komödie. Tendenziöse

Scherzhafte Satire mit pessimistiscber Bei

mischung.

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Epigrammatische Satire

oder Witz. (Heine, Shakespeare als Schöpfer Percys in Heinrich IV., Teil 1, Akt 1, 3.) Unechter Humor, Scherz

(fun).
(Holtey.)

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