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meister bei dem Corps des Feldmarschall-Lieutenant Walmoden und wurde, zum Generalmajor befördert, im August nach Danzig geschickt. Bald darauf nahm er seinen Abschied.

Er lebte dann in Moskau und Petersburg; als ihm aber hier zwei seiner Kinder durch den Tod entrissen und die beiden anderen von einer hartnäckigen Krankheit befallen wurden, da reiste er um 1825 in die Heimat und hielt sich nun abwechselnd in Pisa, Lucca, Livorno, Rom, Neapel und Castellamare auf. Aber seine Hoffnung, die er auf die Einwirkung des milden Klimas Italiens gesetzt hatte, ging nicht in Erfüllung; seine Tochter verlor er in Livorno, seinen Sobn in Neapel, und fast gebrochenen Herzens verliess er auf Nimmerwiedersehen den vaterländischen Boden. Er wollte seiner Gattin den Wunsch erfüllen, in ihrer Heimat den Rest ihrer Tage beschliessen zu können.

Auf der Rückreise nach Petersburg im Jahre 1839 hielt er sich mehrere Monate in Paris auf, und diesem Aufenthalt verdanken wir die schöne Skizze, die Sainte Beuve von Xavier de Maistre entworfen hat, und die auch dieser Arbeit zu Grunde liegt.

Wenn der Graf sein eigenstes Wesen schon in seiner Reise um mein Zimmer offen dargelegt hat, so wird diese Schilderung noch in voller Übereinstimmung damit durch den Pariser Litterarhistoriker ergänzt.

Die neueren Schriftsteller hatte Xavier kaum gelesen, und als er die Werke, die gerade in der Mode waren, durchblätterte, erschrak er zuerst darüber, weil er glaubte, dass sich in seiner langen Abwesenheit die Sprache ganz geändert hätte.

,,Doch das tröstet mich etwas, “ fügte er hinzu, „dass, wenn man auch anders schreibt, die Leute, mit denen ich zusammenkomme, doch noch dieselbe Sprache sprechen wie ich.“

Als er in die Kammer der Abgeordneten geführt wurde, wusste er zuerst gar nicht, was er zu den langen und vielen Reden sagen sollte. Er war an das Schweigen der unumschränkten Monarchie gewöhnt, er begriff nicht recht, wozu der viele Wortlärm nützen solle. Jedesmal wenn er an dem Hause der Abgeordneten vorüberging, erinnerte er sich unwillkürlich an den Vesuv. Ebensowenig liebte er den Quai Voltaire. Wenn er ihn überschreiten musste, senkte er das Haupt und wandte seine Blicke nach der Seine.

Das lässt sich alles leicht begreifen nach dem, was wir aus seiner Reise wissen und wenn wir die grosse Bewunderung in Betracht ziehen, die er den Werken seines Bruders entgegenbrachte. Die Ideen Josephs erschienen ihm als die einfachsten, als die von selbst gegebenen.

Charakteristisch ist noch, wie stark er in Töpffer seinen Wahlverwandten fühlte. Wenn ihn jemand nach seinem letzten Werke fragte, pflegte er wohl zu antworten: es sei „das Presbyterium“ oder „die Bibliothek meines Onkels“ oder „der Col von Anterne“ oder der See von Gerg“, lauter Werke von Töpffer. Er wünschte, dass dieser Genfer Dichter in Frankreich bekannt würde. Nachdem Töpffer im Stil und im Ton einige Veränderungen vorgenommen, wurde er in Frankreich, besonders mit auf de Maistres Bemühungen hin, naturalisiert.

Xavier de Maistre war eine Erscheinung, die mit der menschlichen Natur versöhnen muss. Als er in Petersburg kurz nach dem Tode seiner treuen Sophie am 12. Juni 1852 die Augen schloss, hatte die Welt einen der liebenswürdigsten Menschen und Schriftsteller nicht allein französischer, sondern aller Sprachen zu beklagen.

Möge bei dem Tagesgebrause der naturalistischen Wortführer in Paris nie ganz die sanfte Stimme echter und edler Sentimentalität übertönt werden!

Archiv f. n. Sprachen. LXXII.

19

Das Leben des heiligen Alexis. Mit Beifügung des altfranzösischen Originals (aus dem 11. Jahrhundert), nach der Ausgabe von Gaston Paris,

übersetzt von Theodor Vatke.

1 Gut war die Welt dereinst in alter Zeit,

Da Lieb und Treu es gab, Gerechtigkeit,
Da war auch Glaube da, der heut nichts gilt;
Verwandelt alles ist, entfärbet ist das Bild,

Nie wieder kehret die Vergangenheit.
2 Zu Noahs Zeit, zur Zeit des Abraham,

Davids, die Gott in seine Liebe nahm,
War gut die Welt: nie wird so brav sie sein.
Alt ist sie, gebet zur Verderbnis ein,
Weil alles stets zu schlimmrem Ende kam.

3 Nach jener Zeit, da uns erlöst der Herr,

Und unsre Väter nahmen Christi Lehr,
Da war ein hoher Herr zu Rom, der Stadt,
Mächtig, der manchen Ahn zu rühmen hatt':
Von seinem Sobne nun vernehmt die Mär.

4 Eufemius dies des Vaters Name war

War Graf zu Rom und von den Besten gar:
Der Kaiser liebte keinen so wie ihn.
Ein edles Weib auch wählete sein Sinn,

Der besten eins, die jenes Land gebar.
5 So lebten sie beisammen manchen Tag,

Doch ohne Kind, das war stets ihre Klag'.
Und Gott anrufen sie von Herzensgrund:
,0 Himmelskönig, segne unsern Bund,
Gieb uns ein Kind, das dir gefallen mag."

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2 Al tens Noe et al tens Abraham,

Et al David que Deus par amat tant,
Bons fut li siecles: ja mais n'iert si vailanz.
Vielz est e frailes, tot s'en vait declinant,

Si’st empeiriez tot bien vait remanant.
3 Pois icel tens que Deus nos vint salver,

Nostre anceisor ovrent cristientet,
Si fut uns sire de Rome la citet;
Riches hom fut de grant nobilitet:
Por
ço

I'vos di, d'un son fil voil parler.
4 Eufemiens ensi out nom li pedre

Cons fut de Rome del mielz qui donc i eret;
Sor toz ses pers l'amat li emperedre.
Donc prist muilier vailant et honorede,

Des mielz gentils de tote la contrede.
5 Pois converserent ensemble longement;

Que enfant n'ovrent peiset lor en forment.
Deu en apelent andoi parfitement:
E reis celestes, par ton comandement
Enfant nos

qui eit a ton talent.“
* Cfr. Chans de Roland (ed. Gautier) v. 2905 nen i ad nul si prud.
v. 3459 mult grant prud i avreiz

6 So baten sie in grosser Demut ihn,

Es sei doch Fruchtbarkeit dem Weib verliebn.
Es kommt ein Sohn, man weiss viel Dank dem Herrn,
Bringt in der heil'gen Taufe dar ihn gern,
Dass er mit frommem Namen Christo dien.

7 Er ward getauft, ward Alexis genannt;

Die ihn getragen gern ihm Nahrung fand;
Der gute Vater drauf zur Schul ibn schickt,
Wo er gar bald des Wissens Licht erblickt;
Zu Dienst wird er zum Kaiser drauf gesandt.

8 Der Vater sieht, es bleibt sein einzig Kind,

Das seine Liebe immer mehr gewinnt;
Und er erwägt die Zukunft drauf bei sich,
Dass er ein Weib nehm, wünscht er inniglich:
Kauft ihm ein edles Frankenkind geschwind.

9 Das Mädchen nun gar hohe Abkunft hat,

Ist Grafentochter traun in Rom der Stadt,
Das einz'ge Kind, das er in Ehren hält.
Die Väter nun, sie haben's beid' erwählt,
Die Lieben zu vermählen hält man Rat.

10 Den Zeitpunkt der Verein'gung man bespricht,

Wie sich's geziemt wird alles zugericht'.
Herr Alexis hat lieblich sie gefreit;
Doch seinem Sinn liegt Ehebund sehr weit;
Denn immerdar lässt er von Gotte nicht.

11 Als nun der Tag vorbei, als kam die Nacht,

Der Vater spricht: „Nun sei zur Ruh gebracht
Mit deinem Weib, wie Gott vom Himmelsthron
Befiehlt.“ Nicht will des Vaters Zorn der Sohn,
Er geht zur Kammer, wo sein Weibchen wacht.

12 Er sieht das Bett, das Mädchen sieht er drin,

Doch kommt des Himmels Herr ihm in den Sinn,
Der teurer ihm als alles ird'sche Gut;
O Gott,“ sagt er, ,

wie Sünde fasst mein Blut!
Entflieh ich nicht, ich los von Gotte bin.“
13 Wie in der Kammer sie so ganz allein,

Lässt sich Alexis nun in Rede ein;
Des Menschen Leben er zu schmähn beginnt,
Auf das zu weisen, das niemals verrinnt.
Doch möchte er gar bald gegangen sein.

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