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Intelligenz, die nach ihnen fragt, aus der Welt schaffen und bloß eine geistlose, anorganische oder todte Welt übrig lasien. Das wäre die philosophische Welt an sich. Es ist nur wunderbar, daß die Philosophen nicht bezweifeln, ihr eigener Geist sei man sich" anders, als er ihnen erscheint, sondern frijd weg Alles für absolute Wahrheit annehmen und aus. geben, wa$ er produzirt.

Es bleibt uns also nichts Andres itbrig, als bei Beurs theilung der Welt unsern Standpunkt bescheiden inners balb derselben zu nehmen, unbescheiden unser eigenes Urtheil zu Rath zu ziehen und uns selbst d. i. den Menfchen zum „Diaß der Dinge“ zu nehmen. Wir sind bemnach genöthigt, als die Wahrheit Dasjenige gelten zu lassen, was das mensdliche Erfennungsvermögen als haltbar ermittelt.

„Aber, werfen die Philosophen gegen alle Entgegningen ein, ist es nicht eben eine widfürliche Annahme, daß das menschliche Erkennungsvermögen befähigt sei, die Dinge zu sehen wie sie sind ? Selbst wenn wir ihre Eristenz nicht bestreiten (eine Gnade, die z. B. Sant geübt hat um dem Geist das Futter oder Material nicht zu entziehen), fo erscheinen sie uns jeden Fals (wie der nämliche Rant behaups tet) entstelt oder alterirt durch persönliche Zutaten, wie die Gesichtspunkte von Raum und Zeit, deren Maß wir überall anlegen (wonach ich also einen Baum nicht als Baum anfehen soll, weil ich mir gleichzeitig denke, wie alt und wie hoch er sein möge). Das Einzige aber, das wir rein und unzweifelhaft erkennen, ist das Erkennen selbst, ist die ideelle Welt in uns, die ihre eigenen Gesetze hat und ihre Entstehung nur einer ideellen Quelle verdanken kann.“ Auf diesem Punkt angelangt, iutrobuziren uns dann die Philosophen bei ihrem Gott, der Quelle aller Wahrheit, indem sie bald dars zuthun suchen, daß ihre ausgezeichnete Vernunft nur von einer nod ausgezeichneteren Vernunft-Petenz herrühren könne (woraus folgen würde, daß die lette wieder einer aus. gezeidzneteren ihren Ursprung verdanke u. f. f.), balb, daß diese Alvernunft existiren müsse, weil ihre philosophische Ber. nunft nach ihr verlange. So muß Spinoza alle Vorstellungen von Gott vernidyten, um die ganze Natur zu Gott zu machen, den er mit dem Beinamen ,,Substanz" bezeichnet. So weiß Leibniß, dessen monadenbelebte, d. i. von TheilPrinzipien erfüllte Welt im Grunde gar keinen Platz für einen Gott als Ad-Prinzip mehr übrig läßt, ihn body als kommandirende oder Chef-Monade wieder einzuführen. So judit Kant, nadidem er alle Beweise Anderer für das Das sein Gottes verworfen, dessen Eristenz nachzuweisen als ein Postulat der praktisden Vernunft. So kommt Fichte, nad)dem er früher das ich an die Spitze gestellt und Gott in die „moralische Weltordnung“ aufgelöst hatte, später als guter Christ zu der Entbedung, daß „Nichts ist denn Gott" und daß der Mensd sich selbst vernichten muß, „um in Gott zu bersinken". Am consequenteften von Allen aber verfährt der Gipfelphilosoph der „Idealisten“), der englische Bischof

*) Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, daß die gewöhnliche Bezeichnung des Gegensaßes von „Materialist“ und „Idealist“ eine durchaus falsche ist. Der Materialist hört nicht dadurch auf ein Idealist zu sein, daß er Idee wie Geist überhaupt auf eine reale Quelle zurücführt. Der richtigere Gegenfaß ist: Materialist und Spiritualist, welch lekter Ausdruc Ade umfaßt, die einen von der Materie unabhängigen „Geist“ annehmen, also die „idealistijchen" Philosophen fo gut wie die religiösen Theologen. Die

Berkeley. Er leugnet vollständig und kurzweg die Wirklichkeit der sinnlichen Welt. Was wir in ihr wahrnehmen, find ihm zufolge nicht die Gegenstände selbst, sondern nur unsre Empfindungen (so daß, wenn der Herr Bischof mit dem Kopf an einen Baum rennt, nur die Empfindung des angerennten Baumes existirt, nicht der Baum selbst). Die einzige Existenz des Wahrgenommenen besteht ihm zufolge in der Wahrnehmung. (Folglich eristirt auch der Herr Bildhof nur in der Wahrnehmung seiner Gläubigen und doch wissen sie so bestimmt wie er selbst, daß er als leibhaftige Existenz Geld von ihnen nimt.) Wie können, meint er, sinnliche Dinge etwas von ihnen so ganz Verschiedenes, wie Empfindungen und Vorstellungen, hervorbringen? (Und doch nahm der Herr Bischof kein sinnliches Pfund Sterling in die Hand ohne sehr heilige Empfindungen und Vorstellungen). Es existiren, das ist die Spitze seiner Lehre, keine materielle Dinge, sondern nur Geister und unsre geistigen Eingebungen können wir nur von einem überlegenen Geist erhalten, der Gott heißt. (Merkwürdig, daß dieser überlegene Geist Fahrtausende lang auf einen englischen Bischof warten mußte, um sich als kommanbirender General aller Geister introduziren zu lassen.) Der Bischof Berkeley wäre ein ausgezeich neter Philosoph für die Hottentotten, die in ihrer Sprache keinen Ausdruck haben für : ich bin.

forrekteste, radikalste Bezeichnung des Gegensaßes wäre : Realist und Nihilist. Die wa Nihi sind eben die Spiritualisten, welche, nachdem sie die reale Welt für Schein ausgegeben, auch den Geist dadurdy vernichten, daß sie ihn da suchen, wo er nicht eristirt, und da leugnen, wo allein er zu finden ist, nämlich im organischen Gebilde mit fünf Sinnen und einem Gehirn.

Dieser kurze Nachweis zeigt, daß die ganze Verwirrung, welche die angeblichen Hauptvorkämpfer der Wahrheit, die Philofophen, in die Röpfe gebracht und wodurch sie die ganze Welt auf den Ropf gestellt, die Wirkung zur Ursache, die reale Welt zum Schein und die abstrahirte zur alleinigen Wirklichkeit gemacht haben, ursprüuglich hervorgeht a u8 der falschen Auffassung der wahren Natur, Entstehung und Operation unseres Er-, tenntnißvermögen. Die richtige Lösung der einfachen Frage: wie entsteht das Denken, was ist der Geist, wie operiren unsere Sinne und das Gehirn? - ist der Mittelpunkt aller wahren Erkenntniß und richtigen Weltanschauung; die verkehrte Antwort auf diese Frage aber ist die Quelle aller Errthümer und die Mutter aller feindlichen Entgegenseßungen gewesen, in welchen die Menschheit durch Verfolgung und Blutvergießen ohne Zahl und Maß für ihren Drang nach Wahrheit hat büßen müssen. Und dafür find die Philosophen so gut verantwortlich wie ihre Vorgänger, die Religionsstifter.

Cartesius --- wie ich nochmals hervorhebe, der Vater der neueren Philosophie genannt - geht davon aus, daß Alles ungewiß sei und bezweifelt werden müsse, nur das Eine nicht, baß Derjenige, der bezweifelt, denkt und das Denken Erte stenz beweis't. „Ich denke, folglich bin ich". Wodurd, nun aber das Denken eristire, das zu fragen ober richtig zu beantworten, hat er unterlassen und seine Nachfolger thaten Dasselbe. Diejenigen, welche nicht vor dem Wort Materialismus erschrecken, erklären bekanntlich die Entstehung des Denkens eben so einfach wie einleuchtend. Sie sagen: Dasjenige, was unsre Sinne wahrnehmen und dem

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Zentral-Büreau der Wahrnehmungen, dem Gehirn, mittheilen, erzeugt dort durch eine Nervenoperation, die wir noch nicht speziell nachweisen können, deren Existenz aber durch unumstößliche Thatsachen und Schlüsse festgestellt ist, entsprechende Vorstellungen, welche durch das kombinationsund Folgerungsvermögen zu Begriffen und Schlüssen zusammenfaßt und ausgebildet, durch das Gedächtniß aber festgehalten werden, und auf diese Weise baut sich in uns die 1. g. materielle Welt als geistiges" Abbild auf. Und diese geistige Welt, welche sehr eng und arm bleiben würde, wenn jeder Neugeborene ihre Eroberung für sich wieder von Neuem beginnen müßte, bildet sich aus, erweitert sich und bereichert sich durch die Mittel der Uebertragung von einem Individuum auf das andre wie durch Vererbung der Errungenschaften einer Generation auf die andre, während die Natur sich nicht durch Uebertragung oder Vererbung bereichert, sondern auf ihr ursprüngliches Besitthum beschränkt bleibt. So lernen die Menschen, durch Erbschaft reich geworden, in eingebildeter Selbstständigkeit sich von ihrer Bers forgerinn, der Natur, trennen, während doch in ihnen bloß Das Bewußtsein der, der Natur inwohnenden Kräfte und Gefeße wachgeworden, und führen dieß Bewußtsein auf eine eingebildete, von der Natur unabhängige Quelle zurück. Ohne Sinne und ohne Dasjenige, was wir durch sie in der Natur wahrnehmen, wäre weder von Vorstellungen noch von Ideen, weder von Religion noch von Philosophie, weder von Subjekt noch von Objekt, weder vom Ich noch vom NichtIch, weder von dem Ding an sich noch von dem Ding für

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