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Vorrede.

Nicht ohne Bangigkeit sah ich vor vier Jahren den ersten Band dieses Werkes in die Welt hinausgehen. War ich mir doch nur zu deutlich bewusst, welche Mängel demselben anhafteten und wie wenig es mir gelungen sei, den an einen Erklärer Calderons zu stellenden Anforderungen allenthalben gerecht zu werden. Zur Ueberwindung meiner Scheu, mit meinem Versuche schon jetzt an die Oeffentlichkeit zu treten, verhalf mir namentlich der wohlbegründete Wunsch meines Verlegers, das Buch als Festgabe zu der damals bevorstehenden Calderonfeier erscheinen zu lassen, und dass ich diesem Wunsche schliesslich meine Bedenken zum Opfer brachte, habe ich nicht zu bereuen gehabt. Die Aufnahme, welche meine Arbeit bei den Fachgenossen gefunden, ist eine sehr freundliche, meine Erwartungen im Ganzen und Grossen weit übertreffende gewesen. Eine Reihe geachteter wissenschaftlicher Zeitschriften hat dem Buch anerkennende Beurteilungen gewidmet. Mit Uebergehung kürzerer, mehr gelegentlicher Besprechungen nenne ich hier folgende Kritiker, welche über dasselbe ihre Stimme abgegeben haben:

G. Baist (Deutsche Literaturzeitung 1882. Nr. 5).
P. Förster (Literarisches Centralblatt 1882. Nr. 21).
A. Morel-Fatio (Revue critique d'histoire et de littéra-

ture 1882. Nr. 14).
H. Schuchardt (Allgemeine Zeitung 1881. Beilage 193).
A. L. Stiefel (Literaturblatt für germanische und roma-

nische Philologie 1884. Nr. 6).

A

Allen Genannten bin ich für ihre wohlwollende Beurteilung meines Buches und für mannichfache Belehrung, die mir ihre Recensionen boten, zu aufrichtigem Danke verpflichtet. Ich glaubte mich desselben nicht besser entledigen zu können, als indem ich das Wesentlichste von dem, was sie zur Erklärung der beiden von mir behaṇdelten Stücke beigesteuert haben, den Lesern mitteilte und da, wo ich meinen Kritikern nicht beizustimmen vermochte, meine eigene Auffassung fester und eingehender begründete. Diesem Zwecke dienen die demnächst als besonderes Heft erscheinenden „Nachträge und Berichtigungen zum ersten Bande“. In denselben ist ausser auf die oben verzeichneten Besprechungen auch wiederholt auf Lehmanns Teatro español 1) Bezug genommen. War auch der positive Gewinn aus diesem Buche für mich äusserst gering, so bereicherte mich dasselbe doch um die Wahrnehmung, dass selbst solche Stellen, bei denen ich jede Erklärung für überflüssig gehalten, von Lesern, denen eine genaue Kenntniss des Spanischen und des Calderonschen Sprachgebrauches abgeht, gröblich missverstanden werden können. Hier mögen mir als Antwort auf einige in den „Nachträgen und Berichtigungen" nicht berührte Ausstellungen meiner Kritiker noch folgende Bemerkungen gestattet sein:

Im Hinblick auf die von mir beibehaltenen älteren Formen extranjeros, extraños u. s. w. bezeichnet Herr Dr. Förster die neuere Schreibung estranjeros u. s. w. als die bessere. Es ist mir nicht unbekannt, dass die Mehrzahl der heutigen Schriftsteller Spaniens der gleichen Ansicht huldigt, doch steht dem die beachtenswerte Tatsache gegenüber, dass die spanische Akademie, welche früher denselben Standpunkt vertrat, neuerdings ihre Entschei

1) Teatro español. I. El príncipe constante. Comedia de Don P. Calderon de la Barca. Mit deutschen Anmerkungen versehen von Dr. Bernhard Lehmann. Frankfurt a. M. 1877. II. La vida es sueño. Comedia etc. Ebenda 1880.

dung zu Gunsten der älteren Schreibung abgegeben hat. Die von ihr beigebrachten Gründe sind in meinen Augen gewichtig genug, um das gute Recht dieser letzteren über jeden Zweifel zu erheben. )

Den empfindlichsten Mangel meines Buches erblickt der eben genannte Kritiker darin, dass in demselben jede Angabe über Prosodie fehle, was ihn zu der Frage veranlasst, wie der Schüler richtig lesen lernen solle, namentlich schwierige Worte wie Vida I, 84 oder 402 ff.? Darauf darf ich erwidern, dass ich (S. 283) ausdrücklich bei meinen Lesern als im Wesentlichen bekannt das vorausgesetzt habe, was Wiggers (Gramm. S. 316 ff.) in seinem ,, Abriss der spanischen Metrik“ bietet, somit jedenfalls doch auch die diesen Abriss eröffnenden Bemerkungen über Silbenmass und Vocalverschmelzung, welche zu dem Lesen derartiger schwieriger Worte ausreichende Anleitung geben. Meines Erachtens kann man von einem Schüler, der sich an Calderon wagt, schon verlangen, dass er eine auf welchem Wege auch immer erworbene Vertrautheit mit den Grundzügen der spanischen Prosodie mitbringe, und daher sind von einem Ausleger unseres Dichters lediglich die dem Drama eigentümlichen, nicht die aller spanischen Poesie gemeinsamen metrischen Erscheinungen zu berücksichtigen, ähnlich wie die Fleckeisensche Ausgabe des Plautus, welche mir ein anderer

1) „Cuando la x va despues de una vocal terminando sílaba, como en experto, extraño, suelen algunos poner una s en su lugar, y aun la Academia aprobó tal sustitucion, atendiendo a la mayor suavidad de esta consonante: pero ya con mejor acuerdo ha creido que debe mantenerse el uso de la x en los casos dichos, por tres razones: primera, por no apartarse sin utilidad notable de su etimología; segunda, por juzgar que so color de suavizar la pronunciacion castellana de aquellas sílabas se desvirtúa y afemina; tercera, porque con dicha sustitucion se confunden palabras de distinto significado, como los verbos expiar y espiar, que significan cosa muy diversa“ (Gramática de la lengua castellana compuesta por la Real Academia española. Nueva edicion. 1876. p. 2 17 n. 1).

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