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Der Sprössling eines alten edeln Geschlechts ward Edmond Waller am 3. März 1605 zu Coleshill geboren; seine Mutter war eine Schwester John Hampdon's. Er studirte zu Eton und Cambridge und trat schon im Alter von siebenzehn Jahren in das Parlament als Vertreter für Agmondesham, doch zeigte er sich sein ganzes Leben hindurch als eine Wetterfahne, die sich stets der eben herrschenden Macht zuwandte. Bis zu dem Ausbruche des Bürgerkrieges war er ein eifriger Hofmann, dann nabte er sich allmählig der Gegenpartei und rettete, in eine Verschwörung verwickelt, sein Leben auf Kosten seiner Mitverschworenen, worauf er sich nach Frankreich zurückzog und längere Zeit in Paris verweilte, bis ihn seine Vermögensumstände zwangen nach England zurückzukehren. Er wusste nun Cromwell's Gunst zu gewinnen, auf den er ein langes Lobgedicht schrieb, ward aber nach dem Eintritt der alten Ordnung der Dinge wieder mit Leib und Seele königlich gesinnt und besang mit gleicher Begeisterung Karl II. So erhielt er sich immer oben im Strom des Lebens und erreichte ein hohes Alter. Er starb 1687 und ward in der Kirche von Beaconsfield beigesetzt.

Seine Gedichte erschienen zuerst gesammelt 1645 in London. Eine Ausgabe seiner sämmtlichen Werke veranstaltete Fonton, London 1774 in 4., der früher schon eine von Perc. Stockdale besorgte, London 1772 in 8. vorausgegangen war. Er ist vorzüglich lyrischer Dichter, aber als solcher sehr überschätzt worden. Allerdings zeichnet er sich durch Grazie, Correctheit und Eleganz höchst vortheilhaft aus und übertrifft an Feinheit des Geschmacks alle seine Zeitgenossen, aber seine Poesieen sind nur gemacht, nicht empfunden, Producte des combinirenden Verstandes nicht schöpferischer Phantasie und echten Gefühls und lassen daher kalt. Seine gefeierte Sacharissa war Lady Dorothea Sidney, Tochter des Grafen von Leicester; der Dichter huldigte ihr nur um der Mode zu genügen und die Dame war auch so klug ihn nicht zu erhören. Am Glücklichsten ist er in lyrischen erotischen Tändeleien; sein didactisches Poem On divine Love, so wie seine anderen religiösen Poesieen sind dagegen kalt und trocken und seine Lobgedichte, elegante aber verächtliche künstliche Reden in Versen, beurkunden den schmeichelnden Höfling.

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William Habington ward am 5. November 1605 zu Hendlip in Worcestershire geboren; seine Familie war römisch-katholisch und tief in die damaligen Unruhen verwickelt. Er ward von den Jesuiten zu St. Omer erzogen, trat aber, obwohl dafür bestimmt, nicht in ihren Orden, sondern kehrte nach England zurück und vermählte sich mit Lucia Herbert, Tochter des ersten Lord Powis, die er in seinen Gedichten als Castara feierte. An den Bewegungen seiner Zeit nahm er nur geringen Antheil; auch starb er schon am 30. November 1654.

Seine Gedichte erschienen zuerst 1634 und zerfallen in drei Abschnitte: a Mistress, a Wife, a Holy Man. Jedem derselben geht eine Einleitung in Prosa, a Character betitelt, voran. Sie zeichnen sich durch reine Sittlichkeit, tiefes und wahres Gefühl und Anmuth aus und wenn sich der Dichter auch mitunter in künstlichen Witzspielen nach dem Geschmack seiner Tage gefällt, so verzeiht man ihm das gern um seiner übrigen trefflichen Eigenschaften willen.

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John Milton, der berühmteste epische Dichter der Engländer, ward am 9. December 1608 in London, wo sein Vater Notarius war, geboren. Er erhielt eine gelehrte Bildung und bezog bereits durch seine Fähigkeiten ausgezeichnet, im sechszehnten Lebensjahre die Universität Cambrigde, wo er sich vorzüglich mit poetischen Studien beschäftigte. Nachdem er dort Magister der freien Künste geworden, lebte er längere Zeit zurückgezogen im elterlichen Hause und machte dann eine Reise durch Frankreich und Italien. Nach seiner Rückkehr legte er eine Schule an, um eine neue von ihm ersonnene Methode des Unterrichtes prastisch in den Leben zu rufen. Als die bürgerlichen Unruhen ausbrachen trat er auf die Seite des Protectors, das er wiederholt durch Schriften vertheidigte, worauf er lateinischer Geheimschreiber des Parlaments wurde. Er suchte später die Restauration zu verhindern, weshalb er durch Karl II. von der Amnestie ausgeschlossen wurde, doch erhielt er später durch Davenant's (S. d.) Vermittelung seine Verzeihung. Während der Zeit der Pest zog er sich nach Chalfont in Buckinghamshire zurück und vollendete hier sein grosses Epos: das verlorene Paradies, dem er später auf Veranlassung seines Freundes Elwood, eines Quikers, das wiedergewonnene Paradies folgen liess. Milton starb, schon lange erblindet, (seit 1652) aber trotz seiner Blindheit fortwährend thätig, am 8ten November 1674. Er war drei Mal verheirathet, seine erste Ehe war nicht glücklich, desto schöner und segensreicher aber die beiden andern.

Seine poetischen Werke von den andern kann hier nicht die Rede sein enthalten: the Paradise lost (zuerst erschienen London 1667 in 4) the Paradise regained (zuerst London 1670 in 8) die Dramen Samson Agonistes und Comus, die beschreibenden Gedichte L'Allegro und ni Penseroso, das elegische Gedicht Lycidas, die berühmte Ode auf Christi Geburt, lyrische kleinere Poesieen, Sonette u. A. m. Sie sind oft herausgegeben worden, am Besten von J. H. Todd, London 1801, 6 Bde u. öfterer.

Ein englischer Kritiker characterisirt Milton als Dichter mit folgenden Worten: Das Wesen seiner Werke ist mit einem Worte zu schildern, da dieses Wort die Vollendung der äussersten begreiflichen Grösse in sich fasst. Sie waren episch. Die Leidenschaft in ihnen erreicht uns durch die Vermittelung der Einbildungskraft, gross und fern, aber dauernd und allgemein. Der Cha

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racter in denselben ist einfach, nicht vielseitig, nur den mächtigsten Umständen unterworfen und bis zur sublimsten Sphäre der Handlung emporgehoben. Diesen unterthan übt Milton jede Function des Dichters aus, Anmuth, natürliche Anschauung, unvergleichliche Schönheit der Beschreibung, Gedankenreichthum und Phantasie. An Kraft des Ausdrucks ist ihm nach unserer Meinung nie Jemand gleich gekommen.

L'Allegro.

Through the sweet-briar, or the vine,

On the twisted eglantine:
Hence, loathed Melancholy,

While the cock with lively din
Of Cerberus and blackest Midnight born, Scatters the rear of darknes thin,
In Stygian cave forlorn,

And to the stack, or the barn-dore, 'Mongst horrid shapes, and shrieks, and sights Stoutly struts his dames before,.

unholy,

Oft list'ning how the hounds and horn Find out some uncouth cell,

Chearly rouse the slumb'ring morn, Where brooding Darkness spreads his jealous From the side of some hoar hill,

wings,

Through the high wood echoing shrill:
And the night raven sings;

Sometime walking not unseen
There under ebon shades, and low brow'd rocks, By hedge-row elms, cr hillocks green,
As ragged as thy locks,

Right against the eastern gate,
In dark Cimmerian desert ever dwell. Where the great Sun begins his state,
But come, thou Goddess, fair and free,

Roab'd in flames and amber light,
In Heav'n yclep'd Euphrosyne,

The clouds in thousand liveries dight, And by men, heart-easing Mirth,

While the plowman neer at hand Whom lovely Venus at a birth

Whistles o're the furrow'd land, Whit two sister Graces more

And the milkmaid singeth blithe, To ivy-crowned Bacchus bore;

And the mower whets his scythe, Or whether (as some sages sing)

And every shepherd tells his tale The frolic wind that breathes the spring,

Under the hawthorn in the dale. Zephyr with Aurora playing,

Strait mine eye hath caught new pleasures, As he met her once a-maying,

Whilst the landskip round it measures; There on beds of violets blue,

Russet lawns, and fallows gray, And fresh-blown roses wash't in dew,

Where the nibling flocks do stray, Filld her with thee a daughter fair,

Mountains on whose barren brest So bucksom, blithe, and debonair.

The labouring clouds do often rest; Haste thee, Nymph, and bring with thee Meadows trim with daisies pied, Jest and youthful Jollity,

Shallow brooks and rivers wide. Quips and cranks, and wanton wiles,

Towers and battlements it sees Nods and becks, and wreathed smiles,

Boosom'd high in tufted trees, Such as hang on Hebe's cheek,

Where perhaps some beauty lies, And love to live in dimple sleek;

The Cynosure of neighb'ring eyes. Sport that wrinkled Care derides,

Hard by, a cottage chimney smokes, And Laughter holding both his sides.

From betwixt two aged okes, Come, and trip it as you go

Where Corydon and Thyrsis met, On the light fantastick toe;

Are at their savory dinner set And in thy right hand lead with thee,

Of hearbs, and other country messes, The inountain nymph, sweet Liberty;

Which the neat-handed Phyllis dresses; And if I give thee honour due,

And then in haste her bowre she leaves, Mirth, admit me of thy crew

With Thestylis to bind the sheaves; To live with her, and live with thee,

Or if the earlier season lead In unreproved pleasures free;

To the tann'd haycock in the mead. To hear the lark begin his flight,

Sometimes with secure delight And singing startle the dull night,

The upland hamlets will invite From his watch-towre in the skies,

When the merry bells ring round, Till the dappled dawn doth rise;

And the jocond rebecks sound Then to come in spight of sorrow,

To many a youth, and many a maid, And at my window bid good-morrow,

Dancing in the chequer'd shade;

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