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LIBRARY OF THE ELAND STANFORD JR. UNIVER:

a. 43931

SEP 5 1900

I NHAL T.

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85

188

206

221

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C'eber Hartmann von Aue (fortsetzung). Von F. Saran

Zur romanischen und deutschen rhythmik. Von demselben

Untersuchungen über Heinrich Heslers Evangelium Nicodemi. Von

K. Helm

Zu Wolframs Parzival. Von W. Braune
Zu Hartmanns Rede vom glauben. Von A. Leitzmann
Kriemhilt. Von K. Bohnenberger
Ceber den conjunctiv praeteriti im bairisch-österreichischen. Von

A. E. Schönbach.
Eber. Von C. C. Uhlenbeck
Zum altenglischen Boetius. Von A. S. Napier.
Altengl. zetæl, zetel 'zahl'. Von demselben
Ueber die vom dichter des Anegenge benützten quellen. Von

V. Teuber
Das verhältnis der frauenmonologe in den lyrischen und epischen

deutschen dichtungen des 12. und angehenden 13. jahrhunderts.

Von E. Lesser .
Ags. hnesce. Von E. Sievers
Textkritische bemerkungen. 1. Zum Erec. 2. Zum Iwein. 3. Zum

Armen Heinrich. Von G. Ehrismann

Beiträge zum mhd. wortschatz. Von demselben

Zur geschichte von oder. Von W. Horn .

Miscellen. Von A. Gebhardt.

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406

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(I. Zu Wolfram: S. 406. II. Brausch: S. 409. III. An.

ræringjar: 8.411. IV. Völuspá 5, 1–4: 8.412.

Ein schlusswort zu Cederschiölds ausgabe der Bevis saga. Von

E. Kölbing

Erwiderung. Von C. Cederschiöld

Eine berichtigung. Von J. Meier

414

420

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UEBER HARTMANN VON AUE.

(Fortsetzung.)

Das sog. II. büchlein.

VII. Inhalt und composition. Die situation aus der das büchlein erwachsen ist oder sein soll, lässt sich aus gelegentlichen hinweisen des dichters erschliessen. Ebenso kann man ein wenn auch nur schattenhaftes bild von den personen entwerfen, um deren beziehungen es sich handelt. Schönbach hat Ueb. Hartm. v. Aue s. 365 f. das wesentliche zusammengestellt; doch lässt sich mancherlei nachtragen.

Der dichter ist noch ein junger mann (597 ff.), höchstwahrscheinlich ein ritter (v. 79 ff. 304 ff.). Vermutlich ist er ministeriale: er betont in v. 523 ff., dass er nicht nur oft bei damen seines standes, sondern auch bei vornehmeren glück gehabt habe und dass er weit im reiche herumkomme (714 ff. 817). Man denkt dabei zunächst an kriegsdienste um sold oder an reisen im gefolge eines herrn. Auf kriegerischen beruf weist v. 487 ff., bes. v. 492. Auf ein wechselvolles leben, in dem beute und frauengunst eine rolle gespielt haben, deutet v. 468 hin. Darum wundert man sich weniger, wenn der schreiber intime angelegenheiten ziemlich offenherzig behandelt (v. 526 ff.) und auch in bezug auf die empfängerin des briefes unverblümt redet (v. 660—663).

Aber der dichter war zugleich ein gebildeter mann. Er betont, dass er schreibe (v. 121). Er besitzt eine genaue kenntnis der literatur: parallelen zu allen werken Hartmanns, zum Tristan, Wigalois, Freidank, zur Krone, zu Burkard von Hohenfels sind nachweisbar, wobei über deren deutung einstweilen nichts vorausgenommen werden soll. Dass er auch die gelehrte bildung hatte, darf man, glaube ich, aus der kunstBeiträge zur geschichte der deutschen Sprache. XXIV.

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gerechten disposition seines werkes schliessen, auf die später eingegangen werden soll. Vielleicht war er in der kanzlei eines grossen herrn beschäftigt.

Dieser ritter hat nun mit einer juncfrouwe (246 ff. 647) ein minneverhältnis angeknüpft. Juncfrouwe ist 'junge dame', ob verheiratet oder nicht, bleibt ungewis. Wahrscheinlich ist sie unverheiratet: andernfalls hätten die worte y. 157 ane friunde frâge u.s. w. keinen rechten sinn. Sie ist mit dem dichter von gleichem stand: das folgt mittelbar aus v. 523 ff. Sie hat ihm auch, ohne dass es die angehörigen ahnen, ihre liebe geschenkt, d. h. sie nimmt seinen dienst an. Durch dies verhältnis setzt sie ihren ruf aufs spiel (153 ff. 167. 352 ff. 365); er ist hin, wenn es bekannt wird. Denn die annahme der ritterdienste (801 ff.) stellt bestimmte gunstbezeugungen in aussicht, auf die der dienende ritter auch v. 656 ff. rechnet.

Nun merken die friunt die sache und die liebenden werden durch aufpasser (huote) getrennt (v. 79. 314. 329. 363). Ausserdem muss der ritter wahrscheinlich dienstlich oft fern von der dame sein (v. 817). So können sich beide nur selten sehen (v. 329). Trotzdem bleibt die dame treu: sie hat auch nach der trennung dem ritter ihre treue liebe versichert (323—27) und der scheint auch überzeugt, dass die geliebte ihm noch ergeben sei (v.264 f.).

Dies die grundlage des büchleins. Aus ihr begreift sich auch sein inhalt. Die liebenden sind getrennt: leicht können in ihr zweifel auftauchen, ob der ritter treu bleibe. Es gilt dann, diese in einem briefe niederzuschlageu. Leicht kann auch mit der zeit die treue der dame wankend werden: so wird der dichter mahnen, beständig zu bleiben. Selbstverständlich muss in einem "büchlein das zweite motiv zurücktreten und die beteuerungen der liebe und treue von seiten des mannes den mittelpunkt bilden. So ist es denn auch in unserem gedicht. Im geleit steht das thema:

v. 811 kleinez büechel, swâ ich sî,

sô wone mîner frouwen bi,
wis mîn zunge und mîn munt

und tuo ir state minne kunt .. Doch fehlt v. 797 nicht das andere:

sus sî mîn frouwe gemant.

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